KFV rechnet mit 15.000 Verletzten bei Wintersportunfällen

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Zahlreiche Skigebiete haben bereits offen, es gilt die 2G-Regel, kommendes Wochenende geht der harte Lockdown großteils zu Ende. Mit der Öffnung der Hotellerie wird die Zahl der Wintersportler zunehmen. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) erwartet in dieser Saison mindestens 15.000 Verletzte bei Wintersportunfällen. Die Lage in den Spitälern ist ob der Coronavirus-Situation weiterhin sehr angespannt. Das KFV plädiert für umsichtiges Verhalten.

Erst Anfang des Monats waren bei einem Lawinenabgang im Salzburger Lungau drei Skitourengeher aus Oberösterreich von einem großen Schneebrett verschüttet und getötet worden, zwei weitere wurden verletzt. Auch wenn die Urlauber noch fehlen, Einheimische könnten das winterliche Wetter und die guten Bedingungen nützen. In der letzten Vor-Pandemie-Saison gab es laut KFV 40.000 Wintersportunfälle. Die für diese Saison erwarteten 15.000 betreffen sämtliche Sportarten und basieren auf ähnlichen Voraussetzungen wie im vergangenen Jahr. Sollte alles geöffnet werden - vor allem die Hotels - erwartet das KFV rund 30.000 Verletzte durch verschiedenste Wintersportunfälle.

Pro 100 Wintersportler gibt es ein bis zwei spitalsbehandelte Verletzte. Zwar ist davon auszugehen, dass es aufgrund Pandemie-bedingter Einschränkungen zu einem Rückgang von Pistenunfällen kommt, allerdings zieht es viele Skifahrer jetzt von der Piste zum Skitourengehen, wodurch sich die Unfälle zunehmend in den freien Skiraum verlagern. „Aus den Unfalldaten der letzten Jahre wissen wir, dass rund ein Drittel der beim Wintersport verunfallten Personen aufgrund der Verletzungsschwere stationär behandelt werden muss“, sagte Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Forschungsbereich Sport- und Freizeitsicherheit im KFV. Bei einer durchschnittlichen stationären Behandlungsdauer von sechs Tagen sind das, auch wenn man die Unfallzahlen gering ansetzt, immer noch hunderte Spitalsbetten, die pro Tag in der Wintersaison belegt werden - eine hohe Zusatzbelastung für die Spitäler, warnt das KFV.

Im vergangenen Pandemie-Winter hatten viele Österreicher nicht die Möglichkeit zum Skifahren. Besonders für ungeübte Skifahrer stellt der entstandene Trainingsrückstand eine Gefahr der, warnte das KFV. Mangelnde Kondition und eingerostete Fahrtechnik können schnell zu schmerzhaften Verletzungen, wie Knochenbrüche (54 Prozent aller Verletzungen beim Skifahren) sowie Sehnen- und Muskelverletzungen (32 Prozent), führen. Daher ist es heuer besonders wichtig, vor dem Skivergnügen Kraft und Koordination durch Skigymnastik aufzubauen, rät das KFV.

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Besondere Vorsicht gilt auch beim Rodeln: Kopfverletzungen sind dabei keine Seltenheit, im Gegenteil, sie liegen bei den schweren Unfällen an erster Stelle. Ein Helm ist hier sowohl für Kinder als auch Erwachsene ein wichtiger Begleiter. Kinder sitzen hinter dem Erwachsenen sicherer als vorne, betonte das KFV.


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