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Morddrohungen gegen Tirols Landeshauptmann Platter

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Gegen Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und weitere Regierungsmitglieder, darunter offenbar Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (ÖVP), sind in den vergangenen Tagen mehrere anonyme Morddrohungen eingegangen. Dies sagte ein Polizeisprecher der APA und bestätigte einen Bericht der Online-Ausgabe der „Tiroler Tageszeitung“. Auch seien diverse „Gegenstände“ gefunden worden, dabei handle es sich aber um „nichts Explosives“ und jedenfalls „keine Sprengsätze“.

Nähere Angaben wolle man aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen, betonte der Sprecher. Auch nicht dazu, wo die erwähnten Gegenstände gefunden worden seien. Am Mittwoch und Donnerstag findet im Innsbrucker Landhaus der Budget-Landtag statt. Im Vorfeld hatte es auf Social Media laut Polizei Aufrufe zu Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen gegeben. Vor dem Landhaus galt im Umkreis von 300 Metern ein Versammlungs- bzw. Demonstrationsverbot, der Landhausplatz wurde mit großem Polizeiaufgebot abgeriegelt.

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Am frühen Nachmittag formierte sich schließlich in der Innsbrucker Innenstadt eine nicht angemeldete Demonstration, die den Verkehr - vor allem in der Museumstraße und am Marktgraben - lahmlegte. Etwa 500 bis 600 Menschen nahmen an der Kundgebung teil, die sich mangels geplanter Route in der Innenstadt auf und ab bewegten. An die Politik wurde der Unmut der Demonstrierenden gerichtet mit Sprüchen wie „Schleich di Platter“ oder „Hilfe, wir werden von Menschenhassern regiert“. Unter Einsatz von Trillerpfeifen oder Kuhglocken wurde nach „Freiheit“ verlangt oder zum „Widerstand“ aufgerufen. Laut Polizei kam es bisher zu keinen gröberen Zwischenfällen oder Ausschreitungen.

Tirols FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger verurteilte unterdessen die Morddrohungen gegen Platter und Co. in einer Aussendung „auf das Schärfste“. „Es darf keinen Millimeter Platz für Gewalt geben, denn Freiheit und Demokratie sind friedlich. Wer Gewalt will, ist ein klarer Antidemokrat“, betonte der FPÖ-Chef. Er fordere einen „Stopp der Radikalisierung, auf allen Seiten“, so Abwerzger, der laut eigenen Angaben selbst „Opfer massiver Drohungen war und ist“.

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