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US-Gesundheitsbehörden lockern Zugang zu Abtreibungspillen

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Während der juristische Streit zwischen Abtreibungsgegnern und -befürwortern in den USA brodelt, haben US-Gesundheitsbehörden den Zugang zu Abtreibungspillen permanent gelockert. Am Donnerstag veröffentlichte die Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) einen entsprechenden Brief der US-Arzneimittelbehörde FDA. Demnach können die Pillen nach ärztlicher Verschreibung auch per Post versandt werden.

Mit der Maßnahme wird eine vorübergehende Änderung, die während der Covid-19-Pandemie eingeführt worden war, verstetigt. Die ACLU hatte zuvor geklagt, um den Zugang zu Abtreibungen permanent zu erleichtern. Die FDA-Entscheidung sei „ein riesiger Schritt nach vorne, der vielen Patientinnen den Zugang zu diesem sicheren Medikament ermöglichen wird“, erklärte eine ACLU-Vertreterin. Das Charlotte Lozier Institute, das sich gegen Abtreibungen einsetzt, kritisierte hingegen, die Regierung von US-Präsident Joe Biden erlaube „gefährliche Abtreibungen, die man selbst zu Hause vornehmen kann“.

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Konkret erlaubte die FDA, dass das Abtreibungsmedikament Mifepriston nicht mehr nur durch Kliniken, Arztpraxen oder Krankenhäusern abgegeben werden darf. Medikamentöse Abtreibungen sind in den USA von der FDA bis zur zehnten Schwangerschaftswoche zugelassen. Dabei werden zwei Medikamente eingenommen: zunächst Mifepriston, das das Fortschreiten der Schwangerschaft blockiert, und am nächsten Tag Misoprostol, das die Abtreibung einleitet. Experten betonen, dass Abtreibungen mit Mifepriston und Misoprostol sicher und Komplikationen sehr selten sind.

Die Verwendung der Pillen hat nach Angaben des Guttmacher Institutes stark zugenommen: Mittlerweile werden mindestens 40 Prozent der jährlich knapp 900.000 Abtreibungen in den USA medikamentös vorgenommen. 2001 waren es nur fünf Prozent.

Auch wenn in vielen konservativen Bundesstaaten, in denen restriktive Gesetze zur medizinischen Fernbehandlung gelten, der Versand per Post trotzdem nicht möglich sein wird, dürfte die FDA-Entscheidung den Zugang zu diesen Pillen insbesondere in einigen ländlichen Gebieten erweitern. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte 1973 in dem Urteil Roe vs. Wade Abtreibung mit Verweis auf den „Schutz der Privatsphäre“ legalisiert. Die neue konservative Mehrheit der Richter im Obersten Gerichtshof könnte dies jedoch bald rückgängig machen.


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