Worley holt Sieg bei Lienz-Riesentorlauf - Truppe Neunte

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In Abwesenheit der zweifachen Riesentorlauf-Saisonsiegerin Mikaela Shiffrin und Weltmeisterin Lara Gut-Behrami hat Tessa Worley am Dienstag den Weltcup-Riesentorlauf der Frauen in Lienz für sich entschieden. Die Französin verteidigte ihre Halbzeitführung und gewann mit 0,30 Sekunden Vorsprung auf die Slowakin Petra Vlhova und 0,38 auf die Schwedin Sara Hector. Katharina Truppe wurde Neunte (+1,53), Katharina Liensberger bei ihrem Comeback nach Corona-Pause nur 25.

Dass ausgerechnet Truppe beste Österreicherin auf dem Hochstein wurde, hätte sich nach dem erstem Durchgang wohl niemand gedacht. Nach Rang 27 hatte sie von einer „miserablen Fahrt gesprochen“, bei der sie nie in den Rhythmus gekommen sei und keinen Druck auf den Außenski bekommen habe. Nach dem Videostudium zwischen den Läufen erkannte sie: „Ich habe mich ein bisserl geschämt, ich habe Anfängerfehler gemacht. Im zweiten habe ich Gas gegeben, weil ob ich 29. werde oder draußen liege, macht das Kraut auch nicht mehr fett.“

Der Lauf sei ihr gut aufgegangen, sie sei viel aktiver gewesen und könne mit dem Berg nun halbwegs Frieden schließen, sagte Truppe, die in der Entscheidung die zweitbeste Zeit markierte. Die Elfte Ramona Siebenhofer (+1,62) bewies einmal mehr, dass sie die derzeit konstanteste Riesentorläuferin im österreichischen Team ist. „Wieder ein Fehler. Irgendwann wird es passen. Aber das nervt natürlich, denn bis zur letzen Zwischenzeit war ich noch super dabei. Schade“, sagte die Steirerin. „Der Braten riecht schon“, meinte sie lachend, „man weiß, es geht einfach mehr, das ärgert mich. Denn die Top 5 sind für mich realistisch, wenn ich halbwegs runterkomme“, ist sich die eigentliche Speedfahrerin bewusst.

In die Wertung kamen aus dem ÖSV-Team noch Katharina Huber, die sich von Platz 30 auf 15 verbesserte (+1,82), und Ricarda Haaser als 18. (+1,88). „Das Ziel war die Qualifikation für den zweiten Durchgang. Im zweiten wäre stellenweise noch ein bisserl was drinnen gewesen, aber im Hinterkopf fährt das Ins-Ziel-Kommen doch ein bisserl mit“, meinte Huber. Bei Haaser hatte im ersten Lauf der „Rennangriff noch ein bissl gefehlt“, das klappte auch im Finale nicht ganz. „Das Wichtige ist, den Ski nach unten zu lassen, trotz der vielen Übergänge“, weiß sie eigentlich, was gefragt ist.

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Liensberger merkte man die lange Skipause während der Quarantäne an, letztlich fehlt nach der mit Symptomen verlaufenen Infektion auch die Kraft. Nach dem ersten Durchgang noch 18., wurde sie am Ende Letzte, denn fünf Finalistinnen sahen das Ziel nicht. „Es fehlt einfach das Training und das Vertrauen am Start. Es war nicht optimal, aber ich bin froh, dass ich heute gefahren bin und mit jedem Mal wieder mehr zu mir und meinen Schwüngen finde“, sagte die Vorarlbergerin, die erst am Montag aus der Quarantäne entlassen worden war. „Man sieht, es braucht einfach ein gewisses Training und eine gewisse Vorbereitung.“

Für Worley war es der 15. Weltcupsieg. „Das war heute mein Tag, es fühlt sich gut an, so pushen zu können“, sagte die Französin. In der Disziplinwertung ist sie nach vier Rennen Vierte (227 Punkte) hinter Shiffrin (280), Hector (262) und Vlhova (235). Siebenhofer ist Fünfte (118). Im Gesamtweltcup liegt ebenfalls weiterhin die wegen einer Corona-Infektion pausierende Shiffrin in Front (750), es folgen Sofia Goggia (ITA/657) und Vlhova (515). Auch in dieser Wertung ist Siebenhofer als Sechste beste ÖSV-Vertreterin (341).

Fans sind in Lienz wegen der Covid-19-Präventionsmaßnahmen nicht erlaubt. Am Mittwoch steht in der Dolomitenstadt noch ein Slalom auf dem Programm.


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