Doskozil will SPÖ-Kandidaten für die Hofburg

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Der burgenländische SPÖ-Landesparteichef Hans Peter Doskozil will, dass seine Partei bei der Bundespräsidentenwahl dieses Jahr einen eigenen Kandidaten oder eine eigene Kandidatin ins Rennen schickt - auch wenn das amtierende Staatsoberhaupt Alexander Van der Bellen erneut antritt. Dies wäre „ein Zeichen einer selbstbewussten Sozialdemokratie“, erklärte er in der „Kronen Zeitung“ am Montag.

Doskozil rechnet mit Van der Bellens Wiederkandidatur, meinte aber: „Wenn man als größte Oppositionspartei zu Recht der Meinung ist, dass diese Regierung schwer handlungsfähig ist, dann wird man den eigenen Sympathisanten schwer erklären können, weshalb man einen Kandidaten der Regierungsparteien unterstützt.“

Der Landesparteivorsitzende würde es als „Chance sehen, einen starken SPÖ-Kandidaten zu positionieren, um den Österreicherinnen und Österreichern zu zeigen, dass die SPÖ wieder die führende und gestaltende Kraft in Österreich ist“, so eine Sprecherin zur APA. Entschieden werden soll über die Kandidatur spätestens im Frühjahr. Wer dies sein könnte, ließ Doskozil offen. Er selbst wolle nicht antreten, hieß es in „Krone“ und „ORF Burgenland“.

Auch in der ÖVP war zuletzt über die Bundespräsidentschaftskandidatur diskutiert worden. Der Vorarlberger Landesparteichef und Landeshauptmann Markus Wallner ließ etwa zu Neujahr in der „Neuen Vorarlberger Tageszeitung“ wissen, dass er Van der Bellens Wiederantritt begrüßen würde: „Ich hoffe, dass er sich dazu entscheidet“, erklärte Wallner. Der schwarze Tiroler Wirtschaftskammer-Chef Christoph Walser wiederum bezeichnete Landeshauptmann Günther Platter als „durchaus geeigneten“ Kandidaten für die ÖVP, während Platter selbst wie auch der oberösterreichische Amtskollege Thomas Stelzer (ÖVP) eine Unterstützung für Van der Bellen bei einem Wiederantritt signalisiert hatte.

Auch der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) hatte im Sommer erklärt, sollte Van der Bellen noch einmal kandidieren, sollte die ÖVP „Größe zeigen“ und auf eine eigenen Kandidaten verzichten. Noch nicht beantworten wollte die Frage ÖVP-Bundesparteiobmann und Kanzler Karl Nehammer - im APA-Interview erklärte er unlängst, man sei derzeit mit der Bewältigung der Pandemie und inhaltlichen Schwerpunkten beschäftigt.


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