Ein Mann bei Geiselnahme in Texas freigelassen

Bei der Geiselnahme in einer Synagoge im US-Bundesstaat Texas ist eine der Geiseln unverletzt freigelassen worden, teilte die örtliche Polizei am Samstag (Ortszeit) mit. Die Geiselnahme in der Kleinstadt Colleyville in der Nähe von Dallas hat vor mehreren Stunden begonnen, die genaue Anzahl der Geiseln ist noch unklar. Der Geiselnehmer versucht laut Berichten amerikanischer Medien die pakistanische Terroristin Aafia Siddiqui freizupressen.

Die freigelassene Geisel ist nach Angaben der Polizei unverletzt. „Der Mann wird so bald wie möglich wieder mit seiner Familie vereint und er benötigt keine medizinische Betreuung“, hieß es.

Nach Informationen des Senders ABC News brachte der Geiselnehmer den Rabbiner der Synagoge und mindestens drei weitere Menschen in seine Gewalt.

In einer Liveübertragung des Morgengebets der jüdischen Gemeinde, die auf Facebook gestreamt wurde, war die aufgeregte Stimme eines Mannes zu hören, der danach verlangte, mit seiner „Schwester“ zu telefonieren. Außerdem war zu hören, wie er sagte: „Ich werde sterben“ und „Mit Amerika stimmt etwas nicht“. Später brach der Livestream ab.

Laut ABC verlangte der Mann die Freilassung seiner „Schwester“, der pakistanischen Wissenschafterin Aafia Siddiqui, die 2010 von einem New Yorker Gericht wegen versuchten Mordes an US-Kräften in Afghanistan zu 86 Jahren Haft verurteilt worden war. Einige Experten äußerten jedoch die Einschätzung, ihre Bezeichnung als „Schwester“ sei im übertragenen Sinne als Schwester im islamischen Glauben gemeint.

US-Boulevardmedien gaben Siddiqui in Anspielung auf das Terrornetzwerk Al-Kaida den Beinamen „Lady Kaida“. Der Fall hatte in Pakistan für große Empörung gesorgt. Siddiqui ist in Texas inhaftiert.