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Nach Schweizer Party „fast Lockdown“ in Österreich

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Die Zeiten der eher sorglosen Schweizer Skifeste im Ski-Weltcup mit tausenden Fans sind vorbei. In dieser und kommender Woche wird es bei den österreichischen Klassikern in Kitzbühel und Schladming doch ruhiger zugehen. Höchstens 1.000 Zuschauer werden da wie dort bei FFP2-Maskenpflicht erlaubt sein. In der Schweiz „geht es brutal rund, daheim ist fast Lockdown“, brachte es Marco Schwarz auf den Punkt. Entschieden wird in den österreichischen Alpen auch der Kader für Peking.

In Adelboden und zuletzt Wengen waren die Zuschauerkapazitäten im Vorfeld zwar auch zurückgestutzt worden. Jedoch passierte dies nicht so radikal, wie es die österreichischen Veranstalter in Anbetracht der rechtlichen Zwänge und des politisch vorherrschenden Kurses in Sachen Corona taten. Die am Sonntag aus der Schweiz abreisenden Rennläufer sahen das mit lachenden, aber auch weinenden Augen.

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„In Adelboden waren 13.000, und dort haben wir viel weniger Platz. In Kitzbühel und Schladming wäre ja Platz ohne Ende, von dem her könnte man schon ein paar mehr Zuschauer zulassen“, sagte etwa Michael Matt. „Aber da ist jedes Land speziell. Das müssen wir akzeptieren und so annehmen“. Johannes Strolz, der in Adelboden seinen ersten Weltcup-Sieg gefeiert hatte, befand: „Es tut natürlich schon weh, dass man vor leerem Haus fährt. Aber ich denke, es ist jetzt einfach wichtig, dass man durchbeißt. Man muss da einfach vernünftig sein und versuchen, dass man über den Skisport hinausdenkt.“

Fabio Gstrein, im Wengen-Slalom Vierter, fasste die Stimmung im Berner Oberland als „schon richtig lässig“ zusammen. Auch dank des stabilen Hochs Carlos sind am Sonntag laut offiziellen Angaben noch einmal 10.100 Zuschauer Zeugen der Sensation durch Lucas Braathen gewesen. Höhepunkt war die Lauberhorn-Abfahrt am Samstag mit 19.500 Besuchern - Vincent Kriechmayr gewann. „Die Schweizer sind letztes Jahr schon andere Wege gegangen als wir, gehen sie jetzt auch wieder. Man wird eh sehen, was herauskommt.“ In Österreich hätte man es „schon irgendwie anders auch lösen können“.

1.000 Zuschauer seien aber immerhin „1.000 mehr als letztes Jahr, da dürfen wir nicht jammern. Jeder, der uns unterstützt, ist natürlich super“, verkündete Schwarz. Manuel Feller erwartet trotzdem „eine coole Stimmung. Ich freue mich darauf“, sagte der am Sonntag Fünftplatzierte. Der 29-Jährige ist jedoch vorsichtig, die Maske sein ständiger Begleiter. In Wengen gab es mehrere positive Fälle unter den Pistenhelfern. „Wir haben da ein paar Sachen vor uns, eben mit den Heimrennen und dann mit Olympia. Es würde mich schon ein bisschen anzipfen, wenn ich da wieder vier Jahre darauf warten müsste.“

Aus dem genannten Quintett haben alle bis auf Matt ihre Empfehlungsschreiben für China schon mehr oder weniger deponiert. Der Tiroler, 2018 in Südkorea Olympia-Bronze-Gewinner, sieht aber trotz bisher fehlendem Top-Ten-Finish noch alle Chancen. „Ich bin überhaupt nicht weit weg. Im Training bin ich einer der Schnellsten, ich bringe es nur noch nicht ganz ins Rennen. Das gilt es jetzt in Kitzbühel und Schladming zu zeigen, dann passt das“, bekräftigte Matt.

Männer-Rennsportleiter Andreas Puelacher bekommt noch kein Kopfweh beim Gedanken an die Kader-Zusammenstellung. „Wenn du viele Leute hast, die nach vorne fahren können, ist es immer schwierig aufzustellen. Aber lieber - da wiederhole ich mich - habe ich viele Leute, als dass ich sie suchen gehen muss“, stellte er klar. Bei Christian Hirschbühl wurde Puelacher die Entscheidung vom Verletzungsteufel abgenommen. Der Parallel-Sieger von Lech/Zürs zog sich im zweiten Durchgang in Wengen einen Knöchelbruch zu.


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