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Leistungssteigerung ohne Wert: EM für Österreich vorbei

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Nach nur zwei Spielen ist die Europameisterschaft für Österreichs Handball-Männer quasi schon vorbei. Dass man Deutschland am Sonntag im zweiten Spiel von Vorrundengruppe D fast an den Rand einer Niederlage brachte, wird nur eine Anekdote bleiben. Denn nach der enttäuschenden Auftakt-Schlappe gegen die Polen und deren sonntägigen Erfolg gegen Belarus ist der Aufstieg perdu, wird der Abschluss gegen Belarus am Dienstag (20.30/live ORF Sport +) zum besseren Trainingsmatch.

Volle Motivation vor Turnierbeginn, leere Hände nach zwei Niederlagen. Die EM in Ungarn und der Slowakei ist aus österreichischer Sicht alles andere als gut gelaufen - und das aufgrund des Modus‘ sowie des dichten Spielplans innerhalb von nicht einmal 50 Stunden. Eine solide Leistung beim 29:34 (16:15) gegen die Deutschen im Umbruch, die man vielleicht auch aufgrund der Turnier-Unerfahrenheit einiger ihrer Akteure fast erwischt hätte, konnte diesen Umstand nicht verdecken.

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„Wir haben viel, viel besser gespielt als vorgestern, können nach dieser Enttäuschung schon stolz auf unsere heutige Leistung sein. Aber wir können uns drum nichts kaufen“, sagte Flügelspieler Sebastian Frimmel, mit neun Toren (davon fünf aus Siebenmetern) Österreichs Topwerfer. Dementsprechend sei die Ursache für das frühe Scheitern schon zwei Tage zuvor zu suchen. „Ich finde es einfach extrem schade, dass wir es vorgestern nicht einmal annähernd geschafft haben, so eine Leistung zu zeigen wie heute. Das ist für mich noch immer nicht ganz verdaut.“

Die Steigerung im Deutschland-Match spiegelte sich in einer vor allem in der ersten Hälfte klar verbesserten Defensive wider, die beim 31:36 gegen Polen noch völlig ausgelassen hatte. „Schade, dass wir gegen Polen nicht so gespielt haben“, befand Teamchef Ales Pajovic, der zwei Stunden und den 29:20-Sieg der Polen über Belarus später bittere Gewissheit hatte. „Natürlich bin ich enttäuscht. Aber wir haben auch gewusst, dass in dieser Gruppe alles passieren kann“, meinte der Slowene, der die Truppe bei der Heim-EM 2020 noch zum historischen achten Platz geführt hatte.

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Um am Dienstag noch eine Chance auf die Hauptrunde haben zu können, hätte es des ersten Sieges über Deutschland in einem Bewerbsspiel bedurft. Gut 50 Minuten bzw. bis zum 26:28 durften die Fans daran glauben. „Wir haben in der ersten Hälfte vieles richtig gemacht, wenig technische Fehler, eine konzentrierte Angriffsleistung mit langen Angriffen gezeigt. Und bei diesem Pausenstand denkt man natürlich, ‚heute geht was, heute ist was drin‘“, erklärte Rückraumspieler Gerald Zeiner. Es sollte am Ende aber nicht sein - auch, weil die deutsche Bank etwas „länger“ war. „In der zweiten Hälfte war das vielleicht auch ein bisschen eine Kraftfrage“, sagte Zeiner.

Pajovic sah es ähnlich. „Das merkst du, es hat ein bisschen die Kraft gefehlt. Wir haben Stürmerfouls gehabt, technische Fehler, zwei, drei hundertprozentige Chancen vergeben“, zählte der ehemalige Weltklassespieler auf. Dass der aufstrebende Lemgo-Legionär Lukas Hutecek wegen seiner gegen Polen erlittenen Knöchelverletzung ausfiel, war diesbezüglich auch nicht hilfreich. Dabei war man eigentlich recht zuversichtlich ins Turnier gegangen, weil erstmals seit längerem wieder alle relevanten Spieler zur Verfügung standen. „Wir haben alles probiert, heute war die Zeit, Deutschland zu schlagen, aber leider haben wir es nicht geschafft“, erkannte Pajovic.

Für Ungarn-Legionär Frimmel hat sich prinzipiell nichts geändert. „Es ist so wie immer bei uns: Wenn wir einen Toptag haben, gut drauf sind und jeder am Maximum ist, dann können wir mit vielen Gegnern mitspielen. Um die ganz Großen zu schlagen aber reicht es nur, wenn bei uns alles passt und bei denen viel schiefgeht. Ein bisschen fehlt die Konstanz“, stellte der 26-Jährige fest. Das Spiel gegen das ebenfalls punktelose Belarus wird am Dienstag jedenfalls noch zur Charakterfrage. „Wir müssen schauen, dass die Jungs gegen Weißrussland noch einmal die Motivation finden“, sagte Pajovic. „Es geht ja auch um Punkte für die (Setzung, Anm.) in der Qualifikation.“


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