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Reederei ändert Routen wegen Mittelmeer-Pottwalen

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Erfolgreiche Überzeugungsarbeit zum Schutz der Pottwale im Mittelmeer vermelden vier Umwelt- und Tierschutzorganisationen. Sie konnten die Reederei MSC mit Sitz in Genf - laut den Angaben die aktuell weltweit größte Transportreederei - davon überzeugen, zum Schutz der gefährdeten Spezies ihre Fahrrouten zu ändern. Diese führte bisher entlang der griechischen Westküste und war für die Tiere eine potenzielle tödliche Gefahr, hieß es in einer Aussendung.

Eine NGO-Koalition bestehend aus dem International Fund for Animal Welfare (IFAW), OceanCare, Pelagos Cetacean Research Institute und dem WWF Griechenland hat die Mediterranean Shipping Company oder kurz MSC mit wissenschaftlichen Informationen dazu überzeugt, die Streckenführung zu aktualisieren, um in Zukunft Kollisionen ihrer Container- und Kreuzfahrtschiffe mit Pottwalen vermeiden. Die Tierart gilt im östlichen Mittelmeer als stark gefährdet, befindet die Weltnaturschutzunion IUCN. Die Subpopulation des östlichen Mittelmeeres umfasst gerade noch 200 bis 300 Exemplare.

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„Wir freuen uns sehr über dieses klare Bekenntnis zum Walschutz von MSC als einer der international führenden Reedereien“, sagt Nicolas Entrup, Leiter Internationale Zusammenarbeit bei OceanCare. „Nun hoffen wir, dass viele andere diesem Vorbild folgen. Für die Pottwale im östlichen Mittelmeer ist es eine der letzten Chancen zu überleben.“

Seit 1998 hat das Pelagos Cetacean Research Institute zusammen die Pottwalpopulation im östlichen Mittelmeer erforscht. Demnach ist der Hellenische Graben ein zentraler Lebensraum der Wale. Zudem sei es das einzige Gebiet, in dem bisher Familiengruppen beobachtet wurden. Pottwale (Physeter macrocephalus), die als „Moby Dick“ Bekanntheit erlangten, gehören zur Gruppe der Zahnwale und können bis zu 2.000 Meter tief tauchen. Männliche Pottwale sind bis zu 16 Metern lang (manche sogar 20) und wiegen bis zu 41 Tonnen. Weibchen sind mit durchschnittlich elf Metern und 14 Tonnen etwas kleiner.

Die tief tauchenden Wale leben vor allem entlang der 1.000-Meter-Tiefenlinie, die etwa Kilometer vor den südwestlichen Küsten des Peleponnes und Kretas liegen. Und genau dieses Gebiet wird durch die Schifffahrt stark frequentiert, sowohl mit Container- wie auch mit Kreuzfahrtschiffen.

„Als global führendes Schifffahrts- und Logistikunternehmen ist es unsere Verantwortung, mit unserem Frachtverkehr einen positiven Einfluss auf die Meere sicherzustellen und die Meeresbewohner zu schützen“, sagt Stefania Lallai, Vizepräsidentin für Nachhaltigkeit bei der Mediterranean Shipping Company. Die Zusammenarbeit mit NGOs sei essenziell, um die Situation der gefährdeten Pottwale an den griechischen Küsten zu verstehen und so zu handeln, dass sie geschützt werden.

„Die Wale, die mit Wunden von Propellern oder Kollisionen an der Küste gefunden werden, markieren nur die Spitze des Eisbergs. Bis zu zwanzigmal so viele sterben durch solche Zusammenstöße unbemerkt auf See und werden niemals registriert. In unseren regelmäßigen Erhebungen sehen wir von Jahr zu Jahr weniger Wale, was sehr beunruhigend ist“, erklärte Alexandros Frantzis, wissenschaftlicher Leiter des Pelagos Cetacean Research Institute aus der NGO-Koalition. Die Entscheidung von MSC sei ein maßgeblicher Beitrag zum Überleben dieser bedrohten Wale. Nach eingehenden Diskussionen auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse nimmt zudem auch MSC Cruises Kurskorrekturen von April bis Oktober vor.


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