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Xi Jinping erklärt Winterspiele in Peking für eröffnet

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Die XXIV. Olympischen Winterspiele in Peking sind eröffnet. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping sprach am Freitag um 21.51 Uhr Ortszeit (14.51 Uhr MEZ) im Nationalstadion die offiziellen Eröffnungsworte und gab damit das Startsignal für das von politischen Boykotten und Corona-Sorgen begleitete Wintersportereignis der Superlative. Österreichs Olympia-Delegation wurde angeführt von Julia Dujmovits und Benjamin Maier, die die rot-weiß-rote Fahne trugen.

Rund 2.900 Athleten aus 91 Nationen kämpfen bis 20. Februar in 109 Entscheidungen um Gold, Silber und Bronze. Alle Teilnehmer - Sportler, Betreuer, Funktionäre, Journalisten - dürfen sich aufgrund der strengen chinesischen Corona-Politik ausschließlich in einer abgeschirmten „Olympia-Blase“ aufhalten. Peking ist die erste Stadt überhaupt, die sowohl Sommerspiele als auch Winterspiele abhält.

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Neben Dujmovits, der Snowboard-Olympiasiegerin 2014, und Bob-Pilot Maier zog bei Temperaturen von minus fünf Grad eine rund 70-köpfige, rot-weiß-rote Delegation im Rahmen der mehr als zweistündigen Eröffnungszeremonie ins „Vogelnest“. Mit dabei waren unter anderem Eisschnellläuferin Vanessa Herzog, Skirennläuferin Ramona Siebenhofer, das Snowboard-Paar Sabine Schöffmann und Alexander Payer oder Skeletoni Alexander Schlintner.

Dujmovits zeigte sich danach beeindruckt. „Es war ein unglaublich schöner Moment, wir beide haben uns total gefreut und waren kurz vorm Einmarsch ein bisschen nervös, weil es gar nicht leicht ist, die Fahne so zu schwingen“, erzählte die 34-Jährige. „Das Schönste waren sicher die ersten Schritte, wo wir unter den olympischen Ringen durchgegangen sind.“

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Dujmovits und Co. sahen eine bunte und technisch aufwendige Show samt Feuerwerk unter dem Motto „One World, one Family“ („Eine Welt, eine Familie“), an dessen Ende das olympische Feuer unter anderen von der uigurischen Ski-Langläuferin Dinigeer Yilamujiang entzündet wurde. Ihre Wahl für die besondere Rolle bei der Eröffnungsfeier sorgte für Aufsehen, da die chinesische Führung wegen des Umgangs mit der muslimischen Minderheit in der nordwestchinesischen Region Xinjiang international stark in der Kritik steht.

Den langen Einmarsch der Nationen führte traditionell Griechenland - wo die Olympischen Spiele ihren Ursprung haben - an. Zuletzt kam Team China ins Rund. Die Gastgeber präsentierten modern, aber auch selbstbewusst und unbeeindruckt von der Menschenrechtskritik.

Die Eröffnung wurde von einem politischen Boykott der USA und anderer Länder überschattet, die keine Regierungsvertreter entsandten. Russlands Präsident Wladimir Putin und UNO-Generalsekretär António Guterres waren hingegen beim offiziellen Auftakt der Peking-Spiele dabei.

„In unserer brüchigen Welt, in der Spaltung, Konflikte und Misstrauen ständig zunehmen, zeigen wir der Welt: Ja, es ist möglich, erbitterter Gegner zu sein, zugleich friedlich und respektvoll zusammen zu leben“, sagte IOC-Chef Thomas Bach in seiner Rede an die Teilnehmer gerichtet. Auf Kritik am Gastgeber ging er nicht ein. Auch zuvor hatte Bach immer wieder die Neutralität des Internationalen Olympischen Komitee betont und damit klare Aussagen zur Verfolgung der Uiguren und Tibeter, der Unterdrückung der Demokratie-Bewegung in Hongkong oder der Meinungsfreiheit durch China vermieden.

Der Vorsitzende des Organisationskomitees, Cai Qi, betonte, die Gesundheit aller Olympia-Teilnehmer stehe „an erster Stelle“. Alle sollten sich in Solidarität, gemeinsamem Verständnis und gegenseitiger Unterstützung zusammenschließen, um „schlichte, sichere und großartige Spiele“ auszutragen, sagte er in seiner Rede. In der olympische Bewegung gehe es nicht nur um „schneller, höher und stärker“, sondern auch darum, zusammenzustehen, Differenzen zu überwinden, Inklusivität zu üben und Verständnis zu haben.

Wegen der Corona-Pandemie und des kalten Wetters fiel die Zeremonie mit 3.000 Darstellerinnen und Darstellern kleiner aus als die spektakuläre Eröffnung der Sommerspiele 2008 in Chinas Hauptstadt, als 15.000 Menschen mitwirkten. Die Feier wurde wie bei den Sommerspielen 2008 vom chinesischen Starregisseur Zhang Yimou arrangiert. Seine spektakuläre Inszenierung war reich an Hinweisen auf den Frühling, der mit dem noch laufenden Neujahrsfest zum Jahr des Tigers eingeläutet wird. Zudem zog sich das Motiv der Schneeflocke durch das Programm, mit der die Unterschiedlichkeit der Menschen symbolisiert werden sollte, die ein gemeinsames globales Zuhause bauen.

Am Samstag stehen dann die ersten Medaillen-Entscheidungen auf dem Programm. Aus österreichischer Sicht interessant ist der Skiathlon der Frauen mit Teresa Stadlober, die Biathlon-Mixed-Staffel mit Lisa Hauser, Julia Schwaiger, Simon Eder und Felix Leitner sowie das Team-Skispringen der Frauen mit Lisa Eder, Daniela Iraschko-Stolz, Eva Pinkelnig und Sophie Sorschag. Die Rodler David Gleirscher, Nico Gleirscher und Wolfgang Kindl starten ihr zweitägiges Rennen um Medaillen.


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