Chinas Präsident Xi empfing Olympia-Gäste - Hofer-Kritik

Chinas Präsident Xi Jinping hat nach der Eröffnung der Olympischen Spiele ein Bankett für ausländische Staats- und Regierungschefs sowie Vertreter internationaler Organisationen gegeben. Auf der Gästeliste standen am Samstag unter anderem Russlands Präsident Wladimir Putin und Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman. Österreichs Dritter Nationalratspräsident Norbert Hofer (FPÖ) zeigte kein Verständnis für die Abwesenheit österreichischer Vertreter.

Anlässlich der bewussten Absenz des Sportministers und Vizekanzlers Werner Kogler (Grüne) sowie anderer Spitzen der heimischen Bundesregierung empfahl er eine umfassendere Betrachtung der Beziehungen zwischen Österreich und der Volksrepublik, wie sein Büro Samstagabend mitteilte. Er halte es für den „falschen Weg“, den Dialog zu vermeiden und sich die Anreise als Regierungsvertreter einfach zu ersparen. Dies belaste die guten Beziehungen zwischen Wien und Peking, so Hofer.

Xi hatte aufgrund der Corona-Pandemie gut zwei Jahre lang keine ausländischen Staats- und Regierungschefs empfangen. Am Samstag versammelten sich nun Dutzende Teilnehmer in der Großen Halle des Volkes zu einem Festmahl mit musikalischen Darbietungen und einer Ausstellung von traditionellem Kunsthandwerk, wie staatliche chinesische Medien berichteten.

Laut dem offiziellen Protokoll der Veranstaltung forderte Xi die Anwesenden in einer Rede auf, „gemeinsam für eine Welt des dauerhaften Friedens zu arbeiten“. Offizielle Fotos zeigten eine pompöse Banketttafel, in deren Mitte eine Miniatur-Winterlandschaft zu sehen war.

Auch WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus, Pakistans Regierungschef Imran Khan und Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi nahmen teil. Eine Handvoll Staatsoberhäupter aus Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum waren ebenfalls eingeladen, wie chinesische Staatsmedien berichteten.

In den Einzelgesprächen am Rande des Banketts bekräftigte Xi seine Unterstützung für den kasachischen Präsidenten Tokajew, wie der staatliche Fernsehsender CCTV berichtete. Kasachstan war Anfang Jänner von heftigen Protesten und Unruhen erschüttert worden, die Tokajew mit russischer Hilfe niederschlagen ließ. Peking lobte den Angaben zufolge Tokajews „hartes Vorgehen“ gegen die Demonstranten. Der kasachische Staatschef hatte den Sicherheitskräften unter anderem einen Schießbefehl erteilt. China sei bereit, „Kasachstan bei der Aufrechterhaltung der Stabilität zu helfen“, sagte Xi laut einem Bericht.

Am Freitag hatte der chinesische Präsident bereits mit seinem „alten Freund“ Putin Einigkeit demonstriert. Eine Reihe westlicher Länder, darunter auch die USA, hatten aus Protest gegen Menschenrechtsverletzungen in China einen diplomatischen Boykott der Spiele in Peking verkündet.

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