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Hauptangeklagter in Pariser Terrorprozess erstmals befragt

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Der Hauptangeklagte im Prozess wegen der verheerenden Anschläge 2015 in Paris hat bestritten, Menschen umgebracht zu haben. Er habe niemanden getötet, er habe auch niemanden verletzt, sagte Salah Abdeslam am Mittwoch vor Gericht in der französischen Hauptstadt. Der 32-Jährige ist der mutmaßlich einzige überlebende Angehörige einer radikal-islamischen Gruppe, die in konzertierter Aktion die Attentate verübt hatte, bei denen 130 Menschen getötet wurden.

Abdeslam erklärte, er unterstütze und liebe den sogenannten „Islamischen Staat“ (IS), zu dem er sich schon zu Prozessbeginn bekannt hatte. Seinerzeit hatte der IS die Anschläge für sich reklamiert als Vergeltung für Frankreichs Beteiligung am Kampf gegen die radikal-islamische Gruppe in Syrien und im Irak.

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In der Nacht vom 13. auf den 14. November 2015 hatten Extremisten 130 Menschen getötet und Hunderte verletzt. In der Konzerthalle Bataclan richteten sie ein Massaker an. Sie feuerten auf Gäste in sechs Bars und Restaurants. Vor dem Fußballstadion Stade de France, in dem gerade Frankreich gegen Deutschland spielte, sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft.

Bei den Franzosen haben diese Anschläge tiefe Narben hinterlassen. Im September 2021, fast sechs Jahre nach der verheerenden Anschlagserie, hatte der Prozess gegen 20 Verdächtige unter großen Sicherheitsvorkehrungen begonnen. Der Hauptangeklagter Abdeslam ist Franko-Marokkaner. In Belgien wurde er bereits verurteilt.

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Es war seine erste Befragung in Paris. Im September vergangenen Jahres hatte Abdeslam sich aber schon einmal geäußert und das Blutbad schon damals verteidigt. „Wir haben Frankreich angegriffen, wir haben die Bevölkerung ins Visier genommen, Zivilisten, aber persönlich haben wir nichts gegen sie“, sagte er. Als der damalige Präsident François Hollande entschieden habe, den IS anzugreifen, habe er gewusst, dass dies Risiken mit sich bringe. Hollande wehrte sich als Zeuge in dem Prozess bereits gegen eine solche Darstellung.


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