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Mehr Nachweise für Wölfe und Bären in Tirol

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Im Jahr 2021 sind in Tirol 14 verschiedene Wolfsindividuen und erstmals drei verschiedene Bären nachgewiesen worden - und zwar entweder genetisch, über Spuren oder Bilder. Die Zahl der Wolfsnachweise stieg gegenüber den Jahren zuvor beträchtlich, nämlich auf 86 an 38 verschiedenen Orten. Vier mal wurde ein Luchs bestätigt, ebenso oft ergab die DNA-Analyse einen Goldschakal. Indes verzeichnete man 619 tote und vermisste Almtiere - eine Verdoppelung gegenüber 2020.

Dies ging aus dem Jahresbericht des Landes über Bär-Wolf-Luchs und Goldschakal hervor. Der Bericht zeigte jedenfalls, dass die Zahl der Wolfsnachweise in Tirol seit dem Jahr 2019 massiv angestiegen war. Waren es damals noch zehn gesicherte Nachweise an fünf verschiedenen Orten, betrugen diese im Jahr 2020 bereits 49 Wolfsnachweise an 19 Orten. Im Jahr 2021 kam es dann erneut zu einer markanten Steigerung: Von den 86 Nachweisen erfolgten 78 mittels genetischer Untersuchung.

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378 tote Schafe, Ziegen und ein Rind sowie einige verletzte Tiere sollen 2021 auf das Konto von Wölfen, Bären und Goldschakalen gegangen sein. Der Wolf machte mit 77,5 Prozent dabei den Großteil aus. 241 Tiere wurden „in einem örtlichen und zeitlichen Zusammenhang mit Rissgeschehen“ als vermisst gemeldet, hieß es seitens des Landes. Der Schaden belaufe sich in Summe auf über 220.000 Euro.

Unterdessen zog das Land eine erste Bilanz aus zwei gestarteten, auf mehrere Jahre angelegten Herdenschutz-Projekten im Tiroler Oberland. Die Kosten für Schafalpung und Arbeitsaufwand seien dabei erheblich gestiegen, für ersteres um mehr als 400 Prozent. Die gestiegene Arbeitsbelastung betreffe nicht nur für das Almpersonal, sondern auch die Bewirtschafter und deren Helfer.

Vor allem das Thema Wolf sorgt im Bundesland seit langem für heftige Debatten. Um eine leichtere Entnahme bzw. Abschüsse von Problemwölfen zu ermöglichen, hatte der Landtag im Juli 2021 eine Änderung des Tiroler Almschutz- und Jagdgesetzes beschlossen. Konkret wurde das fünfköpfige Fachkuratorium „Wolf-Bär-Luchs“ eingerichtet, das über den Umgang mit auffälligen Tieren entscheiden soll. Es sollte unabhängig und weisungsfrei arbeiten. Die vom Kuratorium ausgearbeitete Empfehlung dient als bindende Grundlage für rechtliche Maßnahmen seitens der Landesregierung durch Verordnung und Bescheid.

Im Herbst 2021 sprach das Fachkuratorium schließlich eine Empfehlung für einen Abschuss des „Problemwolfes“ MATK118“ aus. Die schwarz-grüne Tiroler Landesregierung verabschiedete schließlich die dafür notwendige „Gefährdungsverordnung“. Zu einem Abschuss kommt es erst dann, wenn weitere Risse durch diesen Wolf eindeutig genetisch festgestellt werden. Das Landesverwaltungsgericht in Tirol hob aber schließlich den Abschussbescheid des Landes für den Problemwolf nach Beschwerden von WWF und Ökobüro auf.


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