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Künstlerhaus Wien untersucht rassistische Besitzverhältnisse

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Die Perspektive auf von Rassismus durchzogene Besitzverhältnisse steht im Fokus der neuen Ausstellung „Whiteness as Property“ im Künstlerhaus Wien. Dafür versammelt Ana Hoffner ex-Prvulovic* mehr als ein Dutzend künstlerische Positionen, um das Thema aus einer ökonomischen, materialistischen Perspektive zu hinterfragen. Der Ausstellungstitel geht auf den gleichnamigen, 1993 veröffentlichten Text der Juristin Cheryl I. Harris zurück.

„Der Fokus der Ausstellung liegt auf kritischen ästhetischen Praktiken, die in Bezug auf Eigentum und Besitz entwickelt werden“, heißt es in der Ankündigung. Die gezeigten künstlerischen Positionen sollen „die Selbstverständlichkeit des historischen und gegenwärtigen Eigentums an immer schon rassisierten Subjekten und Objekten durch spezifische Untersuchungen von Dingen und Materialien infrage stellen“. Wichtig war der Kuratorin Ana Hoffner ex-Prvulovic* jedoch, Besitzlosigkeit „nicht zu romantisieren“.

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Robert Gabris‘ Installation trägt den Titel „You will never belong into my space!“ und stellt einen Raum dar, den es nicht gibt: Er wurde vollständig auf Basis der Imaginationen über Innenräume von Roma in der Slowakei konstruiert. „So ist eine surreale Bühne entstanden, die die rassistischen Annahmen der europäischen Mehrheitsgesellschaften widerspiegelt“, heißt es dazu in der Ankündigung. Von Stephanie Misa stammt die Installation „Ohne Titel (Sakada)“, in der die Ausstellungsbesucher das Hula-Lied „Little Brown Gal“ hören, das 1935 in Honolulu, Hawaii, komponiert wurde. Dabei wird der problematische Text durch die Stimme der Großmutter der Künstlerin unterbrochen, die in Hawaii aufgewachsen ist, als das Land noch eine US-Kolonie und kein offizieller Bundesstaat war. Das begleitende Video kombiniert ethnografisches Archivmaterial mit Bildern des Hanapepe-Massakers, der blutigen Auseinandersetzung zwischen der Polizei und streikenden philippinischen Zuckerrohrarbeitern 1924, und persönlichen Familienfotos.

„Moscow/Sunday/Women“ nennt sich die Installation von Anna Daučíková, die sich der „Absurdität der modernistischen Arbeitszeit“ widmet: „Während der Sonntag als freier Tag für die Arbeiter konzipiert ist, stellt er für die Frauen, die unsichtbare Care-Arbeit leisten, einen hochbeschäftigten Tag dar“, heißt es im Begleittext. In Daučíkovás Arbeit werde die Frau aus Osteuropa, ein rassistisches Leitmotiv der 1990er-Jahre, zu einer Figur, „die zwar von patriarchalem Besitzindividualismus geprägt ist, sich diesem aber selektiv entziehen kann“. Dank einer Kooperation mit W24 kann die Schau in der Eröffnungswoche (12.2-20.2.) bei freiem Eintritt besucht werden.

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