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Österreich rät weiter von nicht nötigen Reisen in Ukraine ab

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Das österreichische Außenministerium rät bereits seit Ende Jänner im Zusammenhang mit russischen Truppenbewegungen von allen „nicht unbedingten Reisen in die Ukraine“ ab, verzichtet aber im Unterschied zum US-amerikanischen State Department auf eine explizite Reisewarnung. In der ukrainischen Botschaft in Wien sah man am Freitag keinen Grund dafür, von Reisen in die Ukraine generell abzuraten und verwies auf eine bereits monatelange Militärpräsenz Russlands in Grenznähe.

„Aufgrund der durch die russischen Truppenbewegungen an der Grenze zur Ukraine ausgelösten Spannungen wird zurzeit von allen nicht unbedingt notwendigen Reisen in die Ukraine abgeraten“, heißt es auf der Homepage des österreichischen Außenministeriums (BMEIA) in am 28. Jänner veröffentlichten Empfehlungen. Bei einer allfälligen Reiseplanung sei jedenfalls mit besonderer Umsicht vorzugehen.

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Seit Veröffentlichung dieser Ratschläge Ende Jänner hätten sich 30 österreichische Staatsbürger gemeldet, insgesamt seien etwa 200 in der Ukraine lebende Österreicher im Außenministerium registriert, informierte eine Ministeriumssprecherin auf APA-Anfrage. Die Entwicklungen der Sicherheitslage würden sehr genau beobachtet, betonte sie.

Unverändert gelten laut BMEIA partielle Reisewarnungen für die Halbinsel Krim und die ostukrainischen Regionen Donezk und Luhansk, im Zusammenhang mit Covid-19 wird ebenso von nicht unbedingt nötigen Reisen in die Ukraine abgeraten.

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Natürlich registriere man die Aufstockung von russischen Truppen an der Grenze mit Besorgnis, insbesondere gelte das für die Manöver von Russland und Belarus, kommentierte am Freitagvormittag der ukrainische Botschafter in Österreich, Wassyl Chymynez. Die ukrainischen Streitkräfte hätten jedoch die Lage unter Kontrolle und eine militärische Präsenz Russlands an der Grenze gebe es seit Monaten. „Aus unserer Sicht gibt es derzeit keinen Grund für eine weitere Eskalation und somit auch keinen Grund, von Reisen in die Ukraine abzuraten“, sagte der Botschafter in einem Telefonat mit der APA.

Zurückhaltender als das österreichische Außenministerium gibt sich das Auswärtige Amt in Berlin, das deutschen Staatsbürgern „vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Bewegungen russischer Militärverbände nahe der ukrainischen Grenzen“ derzeit lediglich empfiehlt, die aktuellen Entwicklungen zu beobachten, aber aus diesem Grund nicht vor Reisen in die Ukraine abrät.

Weit entfernt sind Außenministerien in der Europäischen Union indes von der US-amerikanischen Position. US-Präsident Joe Biden hatte am Freitag US-Amerikaner auffordert, die Ukraine „jetzt“ zu verlassen. „Die Dinge könnten schnell verrückt werden“, hatte er begründet.

Vertreter der Russischen Föderation haben zuletzt wiederholt betont, keinen Krieg mit der Ukraine anzustreben. „Wenn das von der Russischen Föderation abhängt, wird es keinen Krieg geben“, hatte Außenminister Sergej Lawrow am 28. Jänner erklärt. Russland wolle keine Kriege, werde es aber auch nicht zulassen, dass russische Interessen ignoriert werden, sagte Lawrow.


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