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560 Festnahmen bei neuen Demos gegen Krieg in Russland

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Bei erneuten Anti-Kriegs-Demonstrationen in Russland gegen den Einmarsch ins Nachbarland Ukraine sind nach Angaben von Bürgerrechtlern am Freitag mindestens 560 Menschen in 26 Städten Menschen festgenommen worden. Im sozialen Netzwerk Telegram wurden Fotos und Videos vor allem aus der Ostsee-Metropole St. Petersburg veröffentlicht, auf denen zu sehen ist, wie Polizisten teils hart gegen Demonstranten vorgehen. Viele Russen fühlen sich den Ukrainern eng verbunden.

In vielen Fällen wurden gegen die Festgenommenen Bußgelder oder Arreststrafen verhängt. In zehn Polizeistationen in vier Städten sei es Anwälten der Organisation gelungen, den Festgenommenen juristischen Beistand zu leisten, hieß es in einer Bilanz in der Nacht zu Samstag.

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Die Protestbewegung war kleiner als am Tag zuvor, als in mehr als 40 Städten insgesamt mehr als 1700 Menschen festgenommen worden waren. Die Menschen rufen „Nein zum Krieg!“ und müssen harte Strafen wegen des verbotenen Straßenprotests befürchten. Die russischen Behörden warnen eindringlich vor einer Teilnahme an den nicht genehmigten Kundgebungen. Unter dem Vorwand der Sicherheit vor Ansteckung in der Corona-Pandemie werden Demonstrationen nicht erlaubt.

In der Kaukasusrepublik Georgien protestierten am Freitagabend mehrere Zehntausend Menschen gegen den Krieg in der Ukraine. In der Hauptstadt Tiflis war es nach Medienberichten eine der größten Kundgebungen seit langem. Die Demonstranten äußerten ihren Unmut über die georgische Regierung, die es abgelehnt hatte, sich den Sanktionen vieler Länder gegen Russland anzuschließen. Georgien hatte selbst 2008 in einem kurzen Krieg um die abtrünnige Region Südossetien eine militärische Niederlage gegen Russland erlitten.


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