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Ledecka überrascht mit Abfahrtssieg in Crans, Hütter Dritte

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Nicht eine der Kugel-Kandidatinnen sondern Ester Ledecka hat am Samstag die erste von zwei Weltcup-Abfahrten in Crans-Montana gewonnen. Die Tschechin setzte sich bei Sonnenschein 0,21 Sek. vor der Norwegerin Ragnhild Mowinckel durch, Cornelia Hütter (+0,42) eroberte als Dritte einen Podestplatz für die ÖSV-Frauen. Die im Abfahrts-Weltcup führende Sofia Goggia kam über Platz 12 nicht hinaus. Olympiasiegerin Corinne Suter holte als Zehnte aber nur vier Punkte auf.

Goggia hat vor der vorletzten Saison-Abfahrt am Sonntag damit trotzdem 65 Punkte Vorsprung auf Suter und kann nun bereits vor dem Finale in Courchevel den „Sack zu machen“.

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Hütter überraschte bei vollen Publikums-Rängen auf der für viele Läuferinnen rätselhaften Piste im WM-Kandidatenort 2027 mit hoher Startnummer 19. Für die Steirerin war es der bereits dritte Podestplatz in diesem Winter. In Gefahr kam ihr dritter Platz noch durch die mit Nummer 30 fahrende Schweizerin Priska Nufer, die als Vierte aber nur noch die Österreicherin Mirjam Puchner um einen Platz auf Rang fünf verdrängte.

Tamara Tippler wurde 9., Ramona Siebenhofer 11., Stephanie Venier 14. und Nadine Fest 18. Mit fünf Läuferinnen unter den Top 14 gab es damit auch ein gutes Teamergebnis für die ÖSV-Frauen.

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Hütter wurde in dem vollgepackten Zuschauer-Stadion von einem Teil ihrer Familie bejubelt. „Die Stimmung war echt super“, mente die lange verletzt gewesene Steirerin und beschrieb ihre Gefühle so: „Wenn du mit 19 kommst und dann steht da der Dreier, freut man sich natürlich voll. Das ist echt viel wert.“ Sie habe geahnt, dass es nicht so leicht werden würde. „Deshalb habe ich probiert, alles rauszuholen.“ Ihre Ski seien sensationell gegangen. „Ich musste dazuschauen, dass ich mit ihnen mitkomme“, erzählte sie lachend.

Für die Steirerin könnte es trotz des bevorstehenden Saisonendes noch nun mehr Rennen geben. „Man sollte nicht nach Olympia einen Schlussstrich ziehen. Wir haben noch coole Rennen vor uns. Ich fühle mich schon länger wohl und muss dran bleiben und auf mich selbst vertrauen“, sagte Hütter.

Dass sie bei der Zielankunft Puchner vom Stockerl gestoßen hatte, war am Ende wegen Nufer egal. „Miri ist in extrem guter Form und hat einen brutalen Grundspeed. Cool, dass wir uns da im Team batteln können. Sie hat dafür Olympia-Silber und sie wird zurückschlagen“, ist Hütter überzeugt.

Das kann Puchner schon am Sonntag in der zweiten Abfahrt. Von einem weinenden Auge wolle sie nicht sprechen, meinte die Salzburgerin, die in diesem Winter ganz stark zurückgekehrt ist. „Das Rennen war im Gegensatz zur Trainings-Katastrophe echt gut. Ich bin mit dem Fünften absolut zufrieden, auch wenn eine halbe Sekunde auf‘s Stockerl sehr viel ist“, sagte Puchner. „Aber es ist ein Top-Ergebnis, der Hügel da ist ja nicht so mein Favorit.“

Die vielen Zuschauer seien einerseits gut, so Puchner. „Man hat aber auch ein bissl ein ungutes Gefühl wegen Corona. Wir müssen nächste Woche ja doch wieder einen negativen Test abliefern.“

Für die Snowboard-Olympiasiegerin Ledecka war es der dritte Weltcupsieg im Ski alpin und der zweite in der Abfahrt seit Lake Louise 2019. Und das, obwohl die Pragerin nach der Olympia-Mehrfachbelastung im Vorfeld große Muskelprobleme hatte. „Heute war es aber schon wieder viel besser“, sagte Ledecka. „Sie überrascht mich mittlerweile nicht mehr. Man muss sie immer auf der Rechnung haben. Hut ab“, lobte Puchner.

Mowinckel egalisierte das über 20 Jahre alte beste Ergebnis einer Norwegerin in der Abfahrt. Die Slowakin Petra Vlhova wurde 29. und vergab damit die Chance, Mikaela Shiffrin (USA) als Führende im Gesamtweltcup abzulösen. Am Sonntag folgt in Crans die vorletzte Weltcup-Abfahrt der Saison.


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