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Tirol-Wahlen gehen ohne klaren Trend zu Ende

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Die Tiroler Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen sind geschlagen und lassen einen Schluss zu: Es ist kein klarer, allgemeiner politischer Trend ersichtlich. Die auf Landesebene regierende ÖVP kann sich - trotz einiger herber Enttäuschungen - als „Bürgermeisterpartei“ großteils behaupten und die impf- und maßnahmenkritischen MFG zieht zwar stark in die Ortsparlamente ein, ein berauschendes Ergebnis mit Stichwahl-Teilnahmen wurde es aber nicht.

Die Wahlbeteiligung betrug 66,33 Prozent und lag damit unter dem Wert der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen von 2016 (71,42 Prozent). Die höchste Wahlbeteiligung verzeichnete die Gemeinde Fendels mit 95,65 Prozent.

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Besonders auf der Habenseite hat die Volkspartei wohl die Unterländer Stadt Wörgl, in der man SPÖ-Amtsinhaberin Hedi Wechner dezimierte und mit einem Kandidaten als Favorit in die Stichwahl geht. Auch Mils bei Hall steht wohl als Pluspunkt da - hier konnte man den NEOS den Bürgermeister abjagen. Doch gleichzeitig gibt es auch schwarze Schlappen wie in der zweitgrößten Stadt des Landes, Kufstein, in der man erneut unter ferner liefen blieb.

Dass ÖVP-Landtagsabgeordneter Stefan Weirather in Imst, Hans Lintner in Schwaz und Werner Hackl in Hall in die Stichwahl müssen, ist zwar angesichts der teils vielen Herausforderer nicht ungewöhnlich, dürfte aber doch schmerzhaft sein. Insgesamt war das Bürgermeister-Rennen in 31 Gemeinden noch offen. Dort kommt es am Sonntag, den 13. März zur Stichwahl.

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Grundsätzlich bleiben die größeren Städten weiterhin eine Problemzone für die Volkspartei, auch wenn man in Telfs, Kitzbühel und Landeck die jeweiligen Amtsinhaber bereits im ersten Anlauf über die Ziellinie brachte. Schmerzhaft ist wohl auch der Verlust des schwarzen Bürgermeistes ausgerechnet in der Günther Platter-Heimatgemeinde Zams an die SPÖ, wenngleich dort schon einmal ein roter Bürgermeister regiert hatte. Dominant blieb die Volkspartei im weiten Land - weshalb sie wohl wieder annähernd auf die Zahl der ihr zuzurechnenden Bürgermeister kommen wird.

Auch für die SPÖ ist es eine gemischte Bilanz. Neben Highlights wie in Schwaz, wo man eine nahestehend Kandidatin in die Stichwahl brachte, Zams, Lienz (dort setzte sich Ex-Chefin Elisabeth Blanik wieder im ersten Anlauf durch) oder Zirl, setzte es auch Enttäuschungen wie in Wörgl und Kirchberg.

NEOS-Erfolge waren indes nicht nur in der zweitgrößten Stadt Tirols, Kufstein - wo die pinke Kandidatin Birgit Obermüller in die Stichwahl zieht, sondern auch in Telfs zu verzeichnen: In der drittgrößten Stadt Tirols erzielte die Partei auf Anhieb knapp 20 Prozent der Stimmen. Dass dem einzigen pinken Bürgermeister Markus Moser in Mils bei Imst nur wenige Stimmen zum Wahlsieg fehlten, und er den Bürgermeistersessel an den ÖVP-nahen Bernhard Schöpf abtreten musste, trübte aber den Wahlsonntag aus pinker Sicht.

Auch die FPÖ blickte wohl mit einem freudigen und einem weinenden Auge auf die Wahlergebnisse. Obwohl das Ziel von hundert Gemeinderäten wohl gehalten wurde, mussten die Freiheitlichen Verluste vor allem in Städten und Gemeinden über 5.000 Einwohnern und Ortschaften, in denen die MFG kandidierte, verzeichnen. Auch in er einstigen Hochburg Kufstein blieb man chancenlos. In Reutte wird man indes erstmals in den Gemeinderat einziehen.

Die Grünen legten in vielen Gemeinden zu, konnten teilweise eine Verdoppelung der Mandate verzeichnen. Ein grüner Bürgermeister (außerhalb Innsbrucks) lässt aber weiter auf sich warten. Das grüne Scheinwerferlicht war auf Fieberbrunn (Bezirk Kitzbühel) gerichtet, wo die Partei aus dem Stand zur stimmenstärksten Partei wurde.

Die impf- und maßnahmenkritische MFG wird indes in die meisten Gemeindestuben einziehen, für die die Partei eine Liste aufstellte - konkret in 47 von 50. Man scheiterte lediglich in den drei Schwazer Gemeinden Eben am Achensee, Fügen und Mayrhofen. In Kufstein wurde die Liste drittstärkste Kraft. Weniger erfolgreich schnitten am Wahlsonntag indes die 22 MFG-Bürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten ab. Keiner von ihnen erzielte eine Mehrheit oder zog in eine Stichwahl.


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