Nach Messerattacke auf Gärtner Mordversuchs-Prozess in Ried

Ein 69-jähriger mutmaßlicher Einbrecher ist am Dienstag wegen versuchten Mordes vor einem Geschworenensenat im Landesgericht Ried gestanden. Er soll den Besitzer der Gärtnerei, in die er eingestiegen war, mit einem Messer schwer verletzt haben. Der Angeklagte will mit den Stichen aber nichts zu tun haben. Der Gerichtssaal dürfte ihm nicht unbekannt sein: Er stand bereits 21 Mal vor Gericht, insgesamt hat er bereits 25 Jahre seines Lebens hinter Gittern verbracht.

Der Innviertler war am 21. August des Vorjahres offenbar in eine Gärtnerei eingebrochen. Der Besitzer ertappte ihn auf frischer Tat, es kam zu einem Gerangel. Der 69-Jährige soll immer aggressiver geworden sein, er habe den 47-Jährigen bedroht und mit einem Messer mit 15 Zentimeter langer Klinge vor ihm herumgefuchtelt, so der Vorwurf. Als ihn dieser aber nicht gehen ließ, soll er ihn mit dem Messer schwer verletzt haben.

Der Gärtnereibesitzer erlitt sechs Stichwunden im Brust- und Bauchbereich und musste später notoperiert werden. Trotz blutender Wunden habe er Gegenwehr geleistet, ergaben die Ermittlungen. Mit Unterstützung seiner 15- und 17-jährigen Söhne überwältigte er schließlich den Angeklagten. Dieser erlitt bei dem Vorfall einen Knöchelbruch. Er muss sich nun wegen Mordversuchs sowie noch wegen versuchten Diebstahls, Vergehen nach dem Waffengesetz und versuchter schwerer Nötigung verantworten. Ihm drohen zehn bis 20 Jahre oder lebenslange Haft.

Der Angeklagte bekannt sich nur zum Diebstahl schuldig, zum Mordversuch nicht. Er will nicht bemerkt haben, dass das Opfer verletzt war und auch nicht, dass er zugestochen habe. Er habe nur mit der Klinge herumgefuchtelt, meinte er. Und er könne sich die Verletzungen des 47-Jährigen, von denen er erst bei der Einvernahme bei der Polizei erfahren haben will, nur so erklären, dass dieser in das Messer gelaufen sei - eine Version, die vom gerichtsmedizinischen Sachverständigen postwendend als nicht möglich eingestuft wurde. Die Staatsanwaltschaft betonte, dass nur zwei oder drei Zentimeter darüber entschieden hätten, ob eine Familie zerstört werde oder nicht.

Der Prozess ist bis zum Abend angesetzt. Die Geschworenen sollen noch am Dienstag ein Urteil fällen.

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