„Starmania“-Staffelauftakt bot Gelegenheit zum Durchatmen

Mit deutlich reduziertem Starterfeld, dafür mehr Mitbestimmung für das Publikum ist die ORF-Castingshow „Starmania“ am Freitagabend in ihre mittlerweile 6. Staffel gestartet. Zum Auftakt präsentierten die ersten 14 der insgesamt 28 „Starmaniacs“ auf ORF 1 ihre Gesangskünste und setzten dabei etwa auf Hits von Pink, Billie Eilish oder auch Marianne Mendt. Punkten mussten sie damit bei einer rundumerneuerten Jury. Aber auch das Publikum war von Beginn an gefragt.

Wie passen die bunten Bilder von „Starmania 22“ zum derzeit alles überschattenden Ukraine-Krieg? Man wolle zwischen den Nachrichten im Stundentakt auch mal Gelegenheit bieten, durchzuatmen und „ja, auch ein bisschen ablenken“, erklärte Stamm-Moderatorin Arabella Kiesbauer gleich zu Beginn der Show. „Lassen Sie uns in diesen dunklen Zeiten gemeinsam zu den Sternen greifen.“

Zu den Stars im Musikbusiness möchte jedenfalls Philip Handzel gehören. Er eröffnete den Reigen mit dem Song „Bad Habits“ von Ed Sheeran - nur nachvollziehbar, wird er doch von seinen Freunden aufgrund seiner Stimme „Ed Sheeran 2.0“ genannt, verriet Kommentator Philipp Hansa. Trotz „unten“ starker Stimme, mit der er sich auch in die Höhe zu gehen getraut habe und einem energetischen Auftritt, wie Jurorin und Sängerin Tina Naderer meinte, war es für ihn aber auch schon der einzige Auftritt in der Show.

Denn ein „Star-Ticket“ bekam er nicht. Jedes der Jurymitglieder kann eines davon vergeben und jemanden damit gleich in die nächste Runde schicken. Bei Kandidat Nummer Drei, Daniel Fink, war es dann erstmals so weit. Der 26-Jährige trat mit „Magneten“ von Johannes Oerding auf und überzeugte damit Josh - auch, wenn die Performance noch „etwas zu sehr Cover“ gewesen sei.

Bis zum Ende der Show musste auch die Klagenfurterin Nadja Inzko nicht warten, um Gewissheit über ihren Aufstieg in die nächste Runde zu haben. Sie wird dank des Tickets von Paul-Roncalli wieder auf der Bühne vor 22 Kameras auftreten. Berührt habe sie, meinte die Artistin. Gelungen ist Inzko das mit dem gefühlvollen Hit „Dear Mr. President“ von Pink, dem eine gewisse Aktualität nicht abzusprechen ist. Ruhig und eindrucksvoll fiel der Auftritt von Valentina Thoms aus. Die erst 15-jährige Schülerin, die erstmals alleine von zuhause weg war, beeindruckte alle drei Jurymitglieder mit „idontwannabeyouanymore“ von Billie Eilish. „Ich glaube, du bist dir noch nicht bewusst, wie gut du bist“, so Naderer und händigte das letzte „Star-Ticket“ des Abends aus.

Dass die Show sich in Richtung Schlager öffnen soll, bekam man erstmals bei Marco Spiegl zu hören, der „Living next Door to Alice“ von Smokie zum Besten gab. „Neue Volksmusik“ samt Tuba gab es beim Auftritt von Lukas Meusburger zu hören, der „Von Mellau bis nach Schoppernau“ von HMBC sang und dabei auf sein Vorarlbergerisch zurückgreifen konnte.

Wenig angriffslustig bis handzahm fiel dabei die oft etwas allgemein gehaltene Kritik der Jury aus. Am forschesten ging noch Josh zu Werk. Er wird wie Paul-Roncalli auch in den Folgewochen zu sehen sein. Naderer war dagegen nur einmal zu Gast, wird doch der dritte Jurysitz wöchentlich mit einer anderen Person besetzt.

Nach der 14. Nummer war das Publikum gefragt. Innerhalb eines siebenminütigen Zeitfensters galt es per Televoting drei weitere Kandidatinnen oder Kandidaten in die nächste Runde zu befördern. Per berühmt-berüchtiger Ergebnisröhre verkündete im Anschluss Kiesbauer die Glücklichen, nicht ohne die Spannung in gewohnter Manier ins Unerträgliche zu steigern: Martin Furtlehner („Wenn sie tanzt“ von Max Giesinger), Marco Spiegl und Lukas Meusburger. Das verbliebene 7. Ticket vergaben die beiden fixen Jurymitglieder abschließend an Khira Ayers („Wenn du mich lässt“ von LEA).

Weiter geht es für die sieben Aufsteiger erst in zwei Wochen. Nächste Woche kommen die anderen 14 Kandidatinnen und Kandidaten in einer weiteren Qualifikationsshow zum Zug. Auch dabei wird die Reise für sieben gleich wieder zu Ende gehen. Der Rest darf weiter hoffen, die Nachfolge von Vorjahressiegerin Anna Buchegger anzutreten.

Den Auftakt der Castingshow in ORF 1 verfolgten im Schnitt 410.000 Zuseherinnen und Zuseher bei einem Marktanteil von 15 Prozent. Bei der Entscheidung steigerte sich die Zuseherzahl leicht auf durchschnittlich 414.000 bei einem Marktanteil von 19 Prozent. Bei der jüngeren Bevölkerung verbuchte „Starmania“ erhöhtes Interesse. So lag der Marktanteil bei den 12- bis 29-Jährigen bei 28 Prozent (Entscheidung 35 Prozent) und bei den 12- bis 49-Jährigen bei 21 Prozent (Entscheidung 24 Prozent). Zum Vergleich: Beim Comeback von „Starmania“ im Vorjahr waren für den Auftakt im Schnitt 800.000 Personen (12+) vor dem Fernsehschirm. Die Zuseherzahlen gingen im Verlauf der Castingshow bis zum großen Finale aber zurück.

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