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Neonazi-Rapper „Mr. Bond“ Ende März vor Wiener Geschworenen

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Ab 29. März muss sich der Neonazi-Rapper „Mr. Bond“ wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung vor einem Wiener Schwurgericht verantworten. Die Verhandlung ist auf zwei Tage anberaumt, die Urteile - der Bruder des 37-Jährigen ist zu Nebenaspekten mitangeklagt - dürften am 31. März fallen. Die Anklage wirft dem Nazi-Rapper unter anderem vor, mit seiner Musik und Videos den Nationalsozialismus, Adolf Hitler und die Massenvernichtung im Dritten Reich verherrlicht zu haben.

Der Nazi-Rapper erlangte in der einschlägigen Szene Bekanntheit, indem er populäre Hits umtextete und die neuen Versionen via Internet verbreitete bzw. auf fünf CD‘s veröffentlichte. Aus der Rock-Ballade „(Everything I Do) I Do It For You“, mit der Bryan Adams vor 30 Jahren einen weltweiten Nummer 1-Hit landete, wurde dergestalt eine judenfeindliche Gewalt-Fantasie. Selbst vor einer Neufassung des Band Aid-Songs „Do They Know It‘s Christmas?“ machte er nicht Halt. Mehrere Dutzend Hass-Lieder, die sich nicht nur gegen Juden, sondern Farbige, Homosexuelle und Muslime richteten, sind von der Anklage umfasst.

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Der gebürtige Lienzer verbreitete auch ein Video, mit dem er dem Attentäter von Christchurch in Neuseeland Tribut zollte, der im März 2019 in zwei Moscheen 51 Menschen getötet hatte. Er übersetzte auch dessen „Manifest“ ins Deutsche. In seinen Rap-Songs behauptete der Mann die angebliche Vorherrschaft der weißen Rasse. Eine seiner Nummern verwendete laut Anklage der rechtsextreme Gewalttäter, der am 9. Oktober 2019 in Halle an der Saale in eine Synagoge eindringen wollte. Während des geplanten Live-Streams vom gescheiterten Attentat auf die jüdische Gemeinde spielte der Mann ein Werk von „Mr. Bond“ ab.

„Mr. Bond“ befindet sich seit Jänner des Vorjahrs in Wien in U-Haft. In seiner Zelle haben ihn dem Vernehmen nach briefliche Fan-Botschaften aus aller Welt erreicht. In einschlägigen Foren wurden Spenden für den 37-Jährigen und Unterstützungserklärungen gesammelt. Vor einigen Monaten wurde sogar vis-a-vis des Landesgerichts für Strafsachen eine Fahne mit dem Schriftzug „Free Mr. Bond“ aus einem Fenster gehängt.

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Der 37-Jährige soll sich bisher zu den gegen ihn gerichteten Vorwürfen nicht geäußert haben. Auf die Spur war man ihm aufgrund eines Paypal-Kontos gekommen, mit dem Zahlungsflüsse - laut Anklage Einkünfte aus dem Vertrieb seiner Musik - aus Sicht der Strafverfolgungsbehörden nachweislich seiner Person zugeordnet werden konnten. „Mr. Bond“ soll davon seinen Lebensunterhalt bestritten haben.


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