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Kämpfe in Ukraine weiten sich aus, Mariupol eingeschlossen

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In der nun dritten Woche des Krieges hat Russland seine Angriffe in der Ukraine auf den Westen des Landes ausgeweitet, bald könnten die Truppen auch die Hauptstadt Kiew erreichen. Die südostukrainische Hafenstadt Mariupol ist laut Russland blockiert. Nach Angaben der örtlichen Behörden wurden seit der Belagerung mindestens 1.500 Menschen getötet. Laut Internationalem Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) sind die Bedingungen für die rund 300.000 Zivilisten in der Stadt katastrophal.

„Alle Brücken und Zufahrten zur Stadt sind zerstört“, sagte Generaloberst Michail Misinzew vom russischen Verteidigungsministerium am Freitag in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax.

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Er behauptete, dass ukrainische „Nationalisten“ die Hauptstraßen vermint hätten und wahllos das Feuer eröffnen würden. „Damit zwingen sie die Bevölkerung, in ihren Häusern zu bleiben.“ Es waren schon mehrere Anläufe gescheitert, Zivilisten über vereinbarte Fluchtkorridore zu retten. Beide Seiten warfen sich gegenseitig vor, gegen eine vereinbarte Waffenruhe verstoßen zu haben. Das ließ sich nicht unabhängig überprüfen.

Knapp 50 Kilometer nördlich von Mariupol hätten prorussische Separatisten die Stadt Wolnowacha unter ihre Kontrolle gebracht. Die Bewohner hätten angeblich nicht evakuiert werden wollen, behauptete Misinzew. Wolnowacha stand aber noch am Morgen auf einer ukrainischen Liste mit Städten, die evakuiert werden sollten.

Das russische Militär habe am Vormittag zehn Fluchtkorridore in Richtung Russland geöffnet. Kiew habe aber keinen dieser Wege geöffnet, weil angeblich niemand ins Nachbarland gebracht werden wolle. Es seien innerhalb eines Tages ohne Beteiligung der Ukraine 34.000 evakuiert werden, geht aus dem Militärbericht weiter hervor.

Satellitenbilder der Firma Maxar zeigten gepanzerte Fahrzeuge in Orten nahe des Antonow-Flughafens nordwestlich von Kiew. Andere Einheiten seien in Lubjanka nördlich der Hauptstadt eingerückt und hätten Artilleriegeschütze in Stellung gebracht, teilte der US-Konzern mit. Das britische Verteidigungsministerium erklärte, der Umbau sei „eine Neuaufstellung für neue offensive Aktivitäten in den kommenden Tagen“, wohl auch gegen Kiew. Der Generalstab der Ukraine berichtete ebenfalls, die russischen Truppen gruppierten sich neu und sprach von schweren Verlusten auf Seiten der Invasoren.

Die Angaben können nicht von unabhängiger Seite überprüft werden. Die russische Führung spricht nicht von einem Krieg in der Ukraine, sondern von einem militärischen Sondereinsatz, der das Land entmilitarisieren und entnazifizieren solle.

Nach Angaben des Generalobersts gab es Probleme bei Fluchtkorridoren in der umkämpften Kleinstadt Isjum und in Losowa. Dort sei die Evakuierung unterbrochen worden. Der Fluchtweg sei vermint gewesen, außerdem habe es Beschuss gegeben, sagte Misinzew. Auch diese Angaben waren nicht unabhängig zu überprüfen.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, in der Nacht auf Freitag seien Luftwaffenstützpunkte in der westukrainischen Gebietshauptstadt Iwano-Frankiwsk und in Luzk im Nordwesten des Landes mit „Hochpräzisionswaffen“ außer Gefecht gesetzt worden. Luzk und Iwano-Frankiwsk befinden sich nördlich und südlich der Stadt Lwiw unweit der polnischen Grenze, in die zunächst viele Ukrainer wegen der Kämpfe geflohen waren.

Im Osten des Landes brachten prorussische Separatisten nach Militärangaben aus Moskau die Stadt Wolnowacha unter ihre Kontrolle. Sie war nach russischen Angaben seit dem 28. Februar eingekesselt. Eine Bestätigung von ukrainischer Seite gab es zunächst nicht. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Aus mehreren Teilen der Ukraine wurden russische Bombardierungen gemeldet. Der Katastrophenschutz in Dnipro berichtete von drei Luftangriffen, bei denen mindestens ein Mensch ums Leben gekommen sei. Wohngebiete in Charkiw wurden dem Gouverneur der Region zufolge an einem Tag 89 Mal bombardiert. Bürgermeister Ihor Terechow berichtete von 48 zerstörten Schulen. In Charkiw soll erneut ein nukleares Forschungszentrum beschossen worden sein. Welche Folgen die Schäden haben, war zunächst unklar.

Dem ukrainischen Energieversorger Energoatom zufolge waren fast eine Million Menschen ohne Strom. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind inzwischen mehr als 2,5 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen, die meisten von ihnen nach Polen.

Nach Angaben von Energoatom beansprucht Russland das besetzte ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja. Den Mitarbeitern sei gesagt worden, dass es nun dem russischen Staatskonzern Rosatom gehöre, erklärte Energoatom. Russische Truppen hatten das größte Atomkaftwerk Europas am 04. März eingenommen.


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