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Russland droht ausländischen Firmen mit Festnahmen

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Die russischen Behörden drohen einem US-Medienbericht zufolge ausländischen Unternehmen mit Festnahmen oder der Beschlagnahmung von Vermögen, falls sie sich aus Protest gegen den Ukraine-Krieg aus dem Land zurückziehen. Staatsanwälte hätten Unternehmen wie Coca-Cola, McDonald‘s, Procter & Gamble und IBM kontaktiert und vor schweren Konsequenzen gewarnt, berichtete das „Wall Street Journal“. Die russische Botschaft in den USA bezeichnete den Bericht als „reine Fiktion“.

Das „Wall Street Journal“ berief sich auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Demnach kontaktierten die Staatsanwälte die Firmen per Brief oder erschienen persönlich. Sie hätten gedroht, Verantwortliche festzunehmen, die sich kritisch über die russische Regierung äußern, oder Vermögenswerte zu beschlagnahmen, inklusive Eigentumsrechte. Die betroffenen Firmen - Coca-Cola, McDonald‘s, Procter & Gamble sowie die KFC-Mutter Yum Brands - antworteten auf AFP-Anfrage zunächst nicht.

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Die Warnungen der russischen Justiz „haben mindestens eins der betroffenen Unternehmen veranlasst, die Kommunikation zwischen dem russischen Teil und dem Rest des Unternehmens zu begrenzen“, schrieb die Zeitung. Es gebe die Befürchtung, E-Mails oder Textnachrichten zwischen Kollegen könnten abgefangen werden.

Die russische Botschaft in den USA nannte den Bericht „falsch“. „Wir fordern die einheimischen Medien auf, die boshafte Angewohnheit der Verbreitung von Falschnachrichten zu unterlassen.“ Es sei „allein Sache der Amerikaner“ zu entscheiden, ob sie auch weiterhin Geschäfte in Russland machten oder nicht.

Seit Russlands Einmarsch in der Ukraine und den folgenden Wirtschaftssanktionen des Westens haben Dutzende internationale Unternehmen ihren Rückzug aus dem Land angekündigt. Die russischen Behörden haben Maßnahmen ergriffen, um die Kapitalflucht zu verhindern und den stark fallenden Rubel zu stützen.

Präsident Wladimir Putin hatte sich für die Ernennung „externer“ Direktoren an der Spitze dieser Unternehmen ausgesprochen, „um sie an diejenigen zu übergeben, die sie betreiben wollen“. Das Wort „Verstaatlichung“ verwendete er allerdings nicht.

Die russische Staatsanwaltschaft kündigte am Freitag eine „strenge Kontrolle“ aller Unternehmen an, die ihre Geschäfte in Russland einstellen wollten.


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