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Demnächst werden 600 Vertriebene aus Moldau eingeflogen

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Die Vorbereitungen für die Übernahme von 2.000 ukrainischen Vertriebenen aus der Republik Moldau (Moldawien) sind beendet. In den kommenden Tagen starten die ersten Evakuierungsflüge für insgesamt 600 Personen nach Österreich, gab das Bundeskanzleramt am Donnerstag bekannt. Der Fokus des gemeinsam mit dem UNHCR aufgesetzten Aufnahmeprogramms liegt auf besonders schutzbedürftigen Personen. Bisher haben sich rund 7.000 geflohene Ukrainer in Österreich registrieren lassen.

Die als Nachbarland der Ukraine besonders stark betroffene Republik Moldau hat bei der Europäischen Kommission dringend um Übernahme von Kriegsflüchtlingen ersucht. Österreich wird 2.000 der vor den russischen Angriffen Geflohenen direkt ins Land holen.

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Dafür wurde gemeinsam mit dem UN-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) und den Behörden vor Ort ein Prozess aufgesetzt, der auch der EU-Kommission für einen Gesamtprozess zur Verfügung gestellt wurde, teilte das Kanzleramt mit. Durchgeführt werden die Evakuierungsflüge gemeinsam mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und Austrian Airlines. Für Mithilfe beim Screening und Boarding sind bereits ein medizinisches Team und Dokumentenprüfer der Polizei sowie ein Verbindungsbeamter des Innenministeriums vor Ort, jeder Flug wird von einem medizinischen Team begleitet.

Mediale Begleitung und Fotos soll es hingegen nicht geben: Das Kanzleramt bat darum, die Privatsphäre dieser besonders schutzwürdigen Menschen zu respektieren und „keine Teams zum Flughafen zu schicken“ - denn „die Menschen sollen unter bestmöglichen Rahmenbedingungen und Ruhe nach Österreich und in Sicherheit gebracht werden“.

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In Österreich werden die Ukraine-Vertriebenen laut der Aussendung in geeignete Unterkünfte gebracht. Bisher wurden bereits 30.000 private Unterkunftsplätze eingemeldet, zusätzlich stehen auch Ankunftszentren und Unterbringungsmöglichkeiten von Bund und Ländern zur Verfügung.

Seit Beginn des Russland-Angriffs sind rund 150.000 Menschen aus der Ukraine nach Österreich gekommen. Etwa 80 Prozent sind in andere Länder weitergereist. Rund 7.000 Geflohene haben laut Innenministerium in Österreich Schutz gesucht - sie haben sich registrieren lassen, damit bekommen sie ein Aufenthaltsrecht und Zugang zum Arbeitsmarkt.

Die bevorstehende Aufnahme von 600 Vertriebenen aus Moldau sei „einer von vielen Schritten, um das Leid dieser besonders schutzbedürftigen Menschen zu mildern und sie in Sicherheit zu bringen“, dankte Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) allen Helfern und speziell auch den Austrian Airlines als „wichtigstem Partner bei dieser Evakuierung“.

Das UN-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) hofft, dass viele weitere Staaten dem Beispiel Österreichs folgen, betonte Sprecherin Ruth Schöffl im Ö1-“Mittagsjournal“. Man bemühe sich aktuell vor allem um die direkte Aufnahme von Menschen, die nicht so leicht weiter am Landweg weiterreisen können, etwa ältere, behinderte Personen oder Menschen mit medizinischen Bedürfnissen bzw. Mütter mit sehr kleinen Kindern.

Der Bedarf an Hilfe in Moldau sei „enorm“, sagte Schöffl. Rund 350.000 Menschen aus der Ukraine kamen laut UNHCR bisher in das vergleichsweise arme Nachbarland der Ukraine, aktuell seien etwa 100.000 im Land. Ständig kommen neue dazu - und sie müssten teilweise auch in Zelten schlafen.


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