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Heinz Faßmann neuer Präsident der ÖAW

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Ex-Bildungsminister Heinz Faßmann wird neuer Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Der 66-jährige Geograph wurde Freitagnachmittag von den Akademiemitgliedern im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit an die Spitze der Gelehrtengesellschaft gewählt, teilte die ÖAW mit. Er folgt Anfang Juli in dieser Funktion dem Quantenphysiker Anton Zeilinger.

Faßmann setzte sich in der Wahl gegen den früheren Generaldirektor des Naturhistorischen Museums Wien, Christian Köberl, und den Kulturwissenschafter Michael Rössner durch. Die drei Kandidaten waren von einer aus Akademie-Mitgliedern zusammengesetzten Findungskommission vorgeschlagen worden. Aktiv und passiv wahlberechtigt sind alle der rund 180 wirklichen Mitglieder der ÖAW. Zusätzlich zu ihnen sind auch 16 durch Wahl bestimmte korrespondierende Mitglieder im Inland und 16 Mitglieder der Jungen Akademie aktiv wahlberechtigt. Für die Wahl ist die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen notwendig.

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„Die Akademie soll auf der Basis herausragender Forschung weiter wachsen. Ebenso gilt es, die Möglichkeiten des europäischen Forschungsraums noch besser zu nützen“, erklärte Faßmann in einer Aussendung der Akademie. Der bis vor wenigen Monaten amtierende Bildungsminister löst Anfang Juli Anton Zeilinger ab, dessen zweite und letzte Amtszeit als ÖAW-Präsident damit zu Ende geht. Der 76-jährige Experimentalphysiker Zeilinger steht seit 2013 an der Spitze der Akademie. In den nächsten Wochen muss Faßmann Kandidaten für die Ämter des ÖAW-Vizepräsidenten und der Präsidenten der zwei Klassen der Akademie vorschlagen, die dann von der Gesamtakademie gewählt werden und für die nächsten fünf Jahre das neue ÖAW-Präsidium bilden.

Faßmann ist seit dem Jahr 2000 Mitglied der philosophisch-historischen Klasse der ÖAW. Er war - parteilos, aber von der ÖVP nominiert - mit einer mehrmonatigen Unterbrechung von Ende 2017 bis Ende 2021 Bildungs- und Wissenschaftsminister. Zuvor war Faßmann seit 2000 Professor für Angewandte Geographie, Raumforschung und Raumordnung an der Universität Wien, wo er von 2011 bis 2017 auch Vizerektor war. Seine Funktion als Direktor am Institut für Stadt- und Regionalforschung der ÖAW hat er für die Amtszeit als Minister ruhend gestellt.

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Die 1847 gegründete Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) - sie feiert heuer ihr 175-jähriges Bestehen - ist eine Gelehrtengesellschaft und zugleich die größte grundlagenorientierte, außeruniversitäre Forschungsinstitution in Österreich. Als Gelehrtengesellschaft ist sie in die philosophisch-historische Klasse und die mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse geteilt. Es gibt verschiedene Arten von Mitgliedern: 90 inländische, wirkliche Mitglieder mit vollen Rechten, die sich jeweils zur Hälfte auf die beiden Klassen aufteilen. Weiters gibt es in den zwei Klassen jeweils 125 korrespondierende Mitglieder. 55 davon kommen aus dem In- und 70 aus dem Ausland. Über-70-jährige wirkliche und korrespondierende Mitglieder werden bei voller Wahrung ihrer Rechte in die Höchstzahlen nicht eingerechnet. Zudem wurde 2008 aufgrund des hohen Durchschnittsalters der ÖAW-Mitglieder für Nachwuchswissenschafter eine „Junge Akademie“ geschaffen. In Summe kommt die ÖAW damit auf über 700 Mitglieder.

Als Forschungsträger betreibt die Akademie 25 Forschungsinstitute, darunter bekannte Einrichtungen wie das Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI), das Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) oder das Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM). Sie beschäftigt rund 1.800 Mitarbeiter, schließt dreijährige Leistungsvereinbarungen mit dem Bund ab und bekommt dafür aktuell ein Budget von insgesamt 428,5 Mio. Euro (2021 bis 2023).

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