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UNO bittet um vier Milliarden Euro für Afghanistan

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Die Vereinten Nationen streben bei einer virtuellen Geberkonferenz für Afghanistan ungeachtet der Kritik an den regierenden radikalislamischen Taliban die Rekordsumme von knapp vier Milliarden Euro an. „Die Afghanen brauchen unsere Hilfe, um ihre Wirtschaft anzukurbeln, ihre Landwirtschaft aufrechtzuerhalten und Grundlagen der sozialen Sicherung zu halten“, so UNO-Vize Martin Griffiths auf der von Deutschland, Großbritannien und Katar für Donnerstag organisierten Konferenz.

Griffiths ist als Untergeneralsekretär bei den Vereinten Nationen für humanitäre Angelegenheiten und als Nothilfekoordinator tätig. Die Summe von vier Milliarden Euro wäre die größte von den Vereinten Nationen gezahlte Einmalsumme für humanitäre Angelegenheiten. Davon sind nach UNO-Angaben bisher aber erst 13 Prozent zugesagt. Großbritannien hat angekündigt, umgerechnet rund 335 Millionen Euro zu geben. Das Geld soll direkt an Hilfsorganisationen gehen und nicht an die Taliban, die nach dem Abzug der US-geführten internationalen Truppen im August 2021 das Land wieder übernommen haben. Rund 23 Millionen Menschen in Afghanistan sind von einer Hungersnot bedroht, das Land durchlebt derzeit die schwerste Dürre seit 30 Jahren.

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Obwohl die Taliban nach ihrer Machtübernahme versprochen haben, Grundrechte zu achten, werden vor allem die Rechte von Frauen wieder stark eingeschränkt. Erst vergangene Woche hatten die Taliban ihre frühere Zusage zur Öffnung von Gymnasien für Mädchen zurückgenommen. Zudem ist es Frauen verboten, ohne männliche Begleitung zu fliegen. Weiters beschlossen die Taliban, den Besuch von Parks nach Geschlechtern zu trennen. Der Zutritt ist künftig Frauen nur noch an drei Tagen in der Woche und Männer an den übrigen vier Tagen einschließlich des Wochenendes erlaubt. Damit können selbst Ehepaare und Familien nicht gemeinsam Parks besuchen. Behördenmitarbeiter wurden außerdem angewiesen, einen Bart und traditionelle Kleidung zu tragen.

Die USA haben Gespräche mit den Taliban in Katar deshalb auf Eis gelegt. Auch Griffiths betonte: „Wir wollen, dass diese Verbote, diese Einschränkungen zurückgenommen werden.“ Er hoffe aber, dass die Geberkonferenz von den politischen Entwicklungen in Afghanistan nicht beeinträchtigt werde. Er forderte die Staatengemeinschaft auf, mit den Taliban zusammenzuarbeiten. In seinen Gesprächen mit den Verantwortlichen in Kabul habe er den Eindruck gewonnen, sie wollten „einen konstruktiven Weg nach vorne“ mit der internationalen Gemeinschaft einschlagen. Eine Isolation Afghanistans würde das Leid der Menschen zudem nur noch verschlimmern.


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