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Boris Becker: Weiß nicht, wo meine Pokale sind

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Der frühere Tennisstar Boris Becker weiß nach eigenen Angaben nicht, wo sich mehrere wichtige Pokale befinden. Er habe keine Ahnung, sagte Becker am Montag als Angeklagter im Londoner Gericht Southwark Crown Court. Auch sein früherer Manager Ion Tiriac, bei dem sich einige Trophäen lange befunden hätten, wisse dies nicht. Die Anklage zweifelte die Angaben an.

Es sei kaum vorstellbar, dass einige der wichtigsten Pokale aus Beckers Karriere einfach verschwunden seien, sagte Staatsanwältin Rebecca Chalkley. Vielmehr wolle er die Auszeichnungen zurückhalten. „Das ist nicht korrekt“, sagte der Ex-Sportler. Chalkley wirft Becker vor, die Trophäen - sowie mehrere Konten und Immobilien - vorsätzlich dem Zugriff seines Insolvenzverwalters Mark Ford zu entziehen. Dem 54-Jährigen könnten theoretisch bis zu sieben Jahre Haft drohen. Becker hatte 2017 Privatinsolvenz angemeldet.

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An einem früheren Prozesstag hatte der Ex-Tennisstar betont, in seinem Besitz hätten sich lediglich Replika-Fassungen befunden, die Originale seien ihm nur für die Siegerzeremonie überreicht worden. Er habe damals den Auszeichnungen wenig Wert beigemessen, die Titel seien ihm wichtiger gewesen. Ohnehin sei er meistens schnell zu einem anderen Turnier weitergereist. Becker sagte am Montag, im Haus seiner Mutter befänden sich viele Pokale. „Hoffentlich sind alle Trophäen, die Sie suchen, dort“, sagte er.

Zuvor hatte die Anklägerin dem Ex-Tennisstar erneut mit Nachdruck vorgeworfen, seinem Insolvenzverwalter die Unwahrheit gesagt zu haben. Becker habe nach seiner Privatinsolvenz im Juni 2017 absichtlich hohe Summen auf andere Konten überwiesen, um das Geld dem Zugriff zu entziehen, sagte Staatsanwältin Rebecca Chalkley am Montag vor dem Gericht Southwark Crown Court.

„Sie wollten das Geld loswerden“, sagte Chalkley. „Sie wollten das Geld verstecken.“ Der 54-Jährige wies die Vorwürfe zurück: „Das ist nicht korrekt“, betonte er wiederholt. Chalkley sagte, Becker verstecke sich hinter seinen Beratern und stelle sich unwissend. Es sei seine Pflicht gewesen, seinem Insolvenzverwalter alle Besitztümer offenzulegen. Auch dies wies der dreifache Wimbledon-Sieger zurück.

Dem ehemaligen Tennis-Star wird vorgeworfen, Vermögenswerte nicht ordnungsgemäß angegeben zu haben. Dazu gehören Konten, Immobilien und Trophäen. Insgesamt handelt es sich um 24 Anklagepunkte. Bei einer Verurteilung könnten Becker theoretisch bis zu sieben Jahre Haft drohen.

Der am 21. März begonnene Prozess war in der Vorwoche wegen Corona-Infektionen zweier Geschworener vertagt worden. Anklägerin Chalkley wollte ihre Befragung am Montag beenden. Für diesen Dienstag wurden die Schlussworte von Anklage und Verteidigung erwartet. Anschließend sollen sich die Geschworenen zurückziehen, um über einen Schuld- oder Freispruch zu beraten. Daraufhin setzt die Richterin das Strafmaß fest. Wann dies genau sein wird, war am Montag nicht absehbar.


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