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19-Jähriger wegen Mordes an Schwangerer in Graz angeklagt

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Im Grazer Straflandesgericht ist am Dienstag ein 19-Jähriger wegen Mordes an einer schwangeren Jugendlichen vor einem Geschworenengericht gestanden. Der Grazer soll im Juli 2021 die 17-Jährige gewürgt und durch mehrere Stiche mit einer Schere getötet haben. Die beiden hatten zu diesem Zeitpunkt keine Beziehung, der Angeklagte war aber der Vater des Kindes. Warum er derart ausgerastet ist, konnte er nicht sagen, es sei plötzlich „der Schalter umgelegt gewesen“.

Der 19-Jährige und das spätere Opfer kannten sich bereits einige Jahre und waren für kurze Zeit auch ein Paar. Es kam zu einer On-off-Beziehung, und schließlich wurde das Mädchen schwanger. Das Kind sei „ungeplant, aber nicht ungewollt“ gewesen, meint Staatsanwalt Florian Sprajc. Die beiden beschlossen, das Kind zu bekommen und sich gemeinsam darum zu kümmern.

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Am Tag der Tat kam er am späten Abend zu ihr, die beiden sahen gemeinsam fern. Schließlich kam es wieder zu einem Streit über seine Arbeitslosigkeit und das fehlende Geld. Das Mädchen riss ihm schließlich die Halskette herunter und „dann ist der Schalter umgelegt gewesen“, beschrieb der Verdächtige. Er würgte die Schwangere bis zur Bewusstlosigkeit, drehte sie auf den Bauch und stach ihr mit einer Schere mehrmals heftig in Hals und Nacken. Nach einiger Zeit wusch sich der Beschuldigte die Hände, zog sich an und ging nach Hause, die Tat verdrängte er nach eigenen Angaben zunächst.

„Sie wurde auf brutale Weise ermordet“, war der Staatsanwalt überzeugt. „Es war kein vorsätzlicher Mord, sondern eine Tat im Affekt“, meinte dagegen der Verteidiger, der auch zu bedenken gab, dass der 19-Jährige an ADHS und Autismus leide. Er sei krank, daher sie ihm die Tat nicht vorzuwerfen.

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Der Angeklagte wirkte unbeteiligt und beantwortete die Fragen knapp und ohne Emotionen. „Was haben Sie gedacht über diese Tat?“, fragte Richterin Gudrun Schmitt. „Kann ich nicht beschreiben“, antwortete der 19-Jährige. Das Opfer wurde offenbar auch zweimal mit einer Bratpfanne geschlagen und mit einem Messer vorne in den Hals geschnitten. „Dazu kann ich nichts sagen“, gab der Angeklagte an.

Vom psychiatrischen Sachverständigen Manfred Walzl wurde der Beschuldigte als zurechnungsfähig eingestuft. Walzl bescheinigte ihm aber auch eine seelisch-geistige Abartigkeit höheren Grades. Das Wesen dieser Erkrankung sei unter anderem die „völlig gestörte Impulsivität“. Auch hohe Aggression und die Neigung zu Wut- und Gewaltausbrüchen sei typisch. Weiters weist der Angeklagte laut Walzl eine Borderline-Störung auf. „Das Tatmotiv war aus seiner Sicht das Herunterreißen der Halskette, die für ihn eine wichtige Rolle spielte“, schilderte der Gutachter, der eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher empfahl.


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