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Diakonie sorgt sich um Personalsituation in der Pflege

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Die Diakonie fordert eine Anpassung der Personalschlüssel in Pflegeberufen und faire Entlohnung, auch für Menschen in der Ausbildung. „Es ist fünf nach zwölf in der Personalfrage“, sagte Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser bei einer Pressekonferenz unter dem Motto „Karwoche ist Care-Woche“ am Gründonnerstag.

Es gebe genügend Menschen, die sich für den Pflegeberuf interessieren, einige würden aber die Ausbildung abbrechen, weil sie es sich nicht leisten könnten, so Moser. „Wir brauchen eine ordentliche Pflegereform und wir brauchen sie jetzt“. Nichts sei von den ursprünglichen Plänen bis jetzt umgesetzt worden, und das schon beim „übernächsten Sozialminister“, kritisiert die Diakonie-Direktorin. Bis 2030 brauche Österreich 80.000 bis 100.000 zusätzliche Pflegekräfte, daher sei eine Personaloffensive notwendig.

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„Stellen wir uns vor, was passieren würde, wenn die vielen Frauen und zunehmend mehr Männer aufhören, Kinder zu betreuen, Menschen im Alter zu pflegen oder Menschen mit Behinderungen zu assistieren. Und doch bekommt die Care-Arbeit nicht die gesellschaftliche Wertschätzung, die sie verdient“, kritisiert Moser.

Ein Hindernis für die Interessenten einer Pflegeausbildung sei das Fehlen einer zentralen Informationsstelle, da die Ausbildungen und Fördermöglichkeiten in den Bundesländern unterschiedlich seien. Größter Faktor aber sei die Leistbarkeit. Einige Bundesländer würden zwar das Schulgeld übernehmen, die Lebenserhaltungskosten würden aber weiterhin ein großes Problem darstellen. Es brauche daher ein Ausbildungsgehalt von 1.500 bis 1.700 Euro monatlich, ähnlich jenem von Polizeischülern. Besonders für Berufsumsteiger sei eine Pflegeausbildung derzeit kaum möglich. Die 50 Millionen Euro jährlich, die in den kommenden Jahren dafür budgetiert seien, würden dafür nicht ausreichen.

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Weiters wünscht sich Moser eine Änderung der Pflegegeldeinstufung. Neben physischer Gesundheit solle vor allem Demenz mehr berücksichtigt werden. „Pflege geht weit über eine körperliche Versorgung hinaus. Sie bedeutet ganzheitliche Begleitung und erfordert ein hohes Maß an Beziehungsarbeit“, sagt Johannes Strasser, Leiter einer Pflegeeinrichtung für Menschen im Alter. Diese Beziehungsarbeit sei aber nur mit einem angepassten Personalschlüssel möglich.

Zum Teil sei es in der Langzeitpflege schon bittere Realität, dass Betten gesperrt werden müssen, weil Personal fehle, so Moser.

Care-Arbeit wird großteils von Frauen verrichtet. In Österreich sind Frauen für zwei Drittel der Pflegearbeit verantwortlich. Drei Viertel der 950.000 pflegenden Angehörigen sind weiblich. 86 Prozent der über 60.000 Menschen in der Langzeitpflege und -betreuung sind Frauen. In Österreich mache die unbezahlte Arbeit umgerechnet 105 Milliarden Euro im Jahr, und damit rund 30 Prozent des BIP aus, so Moser.


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