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„Bringt uns nicht viel“: Austria verärgert über Referee

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Auch die Entschuldigung von Schiedsrichter Christian-Petru Ciochirca konnte Manfred Schmid nach dem „sehr bitteren“ 1:2 gegen Fußball-Serienmeister Salzburg nicht wirklich trösten. „Er hat zugegeben, dass es nie und nimmer ein Eckball war. Er hat sich in der Kabine dafür entschuldigt, aber das bringt uns nicht sonderlich viel“, sagte Austria Wiens Trainer am Ostersonntag mit Blick auf die „glasklare Fehlentscheidung“ vor dem 0:1 enttäuscht.

Schmid ärgerte ganz besonders, „dass die halbe Mannschaft von Salzburg schon auf dem Weg zurück war und das so signalisiert hat. Jeder im Stadion hat das gesehen“. Nach einem Latten-Kopfball von Nicolas Capaldo hatte Ciochirca fälschlicherweise auf Eckball entschieden, aus dem die Salzburger Führung durch Junior Adamu (52.) fiel. „Es war eine Fehlwahrnehmung von meiner Seite. Ich entschuldige mich bei den Beteiligten, auch wenn es keinem hilft“, sagte Ciochirca bei Sky.

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Unmittelbar zuvor hatte Video-Assistent Rene Eisner einen Elfmeterpfiff für die Salzburger nach einem Foul direkt an der Strafraumgrenze revidiert - ganz zum Unmut von Ciochirca. „Dieses Vergehen war für mich auf der Linie und somit fehlen mir die klaren und offensichtlichen Bilder, dass es unter Umständen draußen war“, sagte der Referee. „Da hätte es keinen Eingriff geben müssen.“

Ciochirca forderte unterdessen eine Änderung in den Richtlinien. In Zukunft solle es unterstützt werden, dass die Schiedsrichter bei strittigen Entscheidungen den „On-Field-Review“ auf dem Platz selbst vornehmen. „Momentan haben wir ein Problem mit einer Bewertungsgrundlage“, die automatisch einen Abzug in der Schiedsrichter-Bewertung nach sich ziehen würde, wenn man eine Überprüfung am Spielfeldrand durchführe, erklärte Ciochirca.

Eine Diskussion über den VAR wollte nach Schlusspfiff aber keiner der beiden Trainer starten. „Solche Entscheidungen dürfen einfach nicht vorkommen“, betonte Schmid. Und für Salzburg-Coach Matthias Jaissle war die Pressekonferenz nach dem Spiel der falsche Platz, „um über die Vor- und Nachteile des VAR zu diskutieren“.

Statt einen Punkt gegen den Liga-Krösus zu holen, gingen die „Veilchen“ im knappen Rennen um die Europacup-Startplätze erneut leer aus. Sein Team sei nicht die schlechtere Mannschaft gewesen, sagte Schmid, trotzdem gab es nach zwei 0:1-Pleiten die dritte knappe Niederlage gegen die „Bullen“ in dieser Saison. Als Vierter liegt die Austria einen Punkt hinter Rapid und zwei bzw. drei Zähler vor Austria Klagenfurt und dem WAC.

Jaissle war nach dem fünften Sieg im fünften Spiel der Meistergruppe naturgemäß zufrieden. „Wir haben in Summe nicht das beste Spiel gemacht, aber ein ordentliches und auch verdient gewonnen“, sagte der 34-jährige Deutsche. Die „Bullen“, für die Joker Luka Sucic (78.) den Siegtreffer erzielte, haben fünf Spiele vor Saisonende zwölf Punkte Vorsprung auf Verfolger Sturm. Die verpasste Meisterfeier, nachdem Rapid in Graz keine Schützenhilfe geleistet hatte, wurmte Jaissle ein wenig. „Ich hätte den Sack gerne auch heute schon zugezogen und wäre mit einem noch besseren Gefühl nach Salzburg zurückgefahren“, sagte der 34-Jährige.

Mit einem Sieg am Sonntag im Rückspiel gegen die Austria könnten die Mozartstädter den neunten Bundesliga-Meistertitel in Serie aber im heimischen Stadion fixieren. Wie groß denn die Motivation sei, gemeinsam mit den eigenen Fans in Wals-Siezenheim zu feiern? „Die ist groß, sehr groß“, sagte Jaissle und grinste.


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