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Aktionskünstler Hermann Nitsch 83-jährig gestorben

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Der weltberühmte Aktionskünstler Hermann Nitsch ist gestern, Montag, im Krankenhaus von Mistelbach nach schwerer Krankheit im Alter von 83 Jahren gestorben. Das bestätigte seine Frau am Dienstagfrüh gegenüber der APA. Er sei „sehr friedlich“ eingeschlafen, so Rita Nitsch. Die ersten beiden Tage des im Vorjahr coronabedingt abgesagten 6-Tage-Spiel werden am 30. und 31. Juli dennoch stattfinden. „Das haben wir ihm versprochen.“

Hermann Nitsch war einer der bekanntesten Gegenwartskünstler Österreichs. Am 29. August 1938 in Wien geboren, besuchte er die Grafische Lehr- und Versuchsanstalt. Bereits seine ersten Arbeiten zeugten vom Interesse an religiösen Themen, mit denen er sich Zeit seines Lebens beschäftigen sollte. Der Mitbegründer des Wiener Aktionismus entwickelte eine eigenständige Kunstpraxis, das Orgien Mysterien Theater, bei dem er Text, Musik, Malerei und Performance gesamthaft verknüpfte. Höhepunkt war das 1998 auf Schloss Prinzendorf umgesetzte 6-Tage-Spiel. Das Schloss war von ihm 1971 angekauft und restauriert worden und wurde zum wichtigsten Wohn- und Schaffensort des Künstlers, zum Aufführungsort und zur Pilgerstätte seiner Fans.

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2007 wurde das „Hermann Nitsch Museum“ in Mistelbach eröffnet, wo der Maler, Aktionskünstler, Schriftsteller, Bühnenbildner und Komponist in wechselnden Ausstellungen umfassend gewürdigt wird, im Jahr darauf das Museo Nitsch in Neapel. 2021 erfüllte sich mit einem Engagement bei den Bayreuther Festspielen ein Lebenstraum: Auf offener Bühne gestaltete er eine halbszenische „Walküre“-Aufführung. Am Donnerstag (21. April) wird in Venedig eine Ausstellung zu seiner 20. Malaktion 1987 eröffnet.

Als erste Politikerin reagierte Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). „Hermann Nitsch war ein Künstler von Weltrang und einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler überhaupt. Wir waren und sind unglaublich stolz, dass er eine so tiefe Verbindung zu Niederösterreich hatte und bei uns in Prinzendorf ein Zuhause gefunden hat. Denn Hermann Nitsch war nicht nur ein großartiger Botschafter unseres Landes in der ganzen Welt, sondern auch eine ganz große Persönlichkeit, die gerne in unserem Land gelebt und unserem Land viel gegeben hat“, so Mikl-Leitner in einer Aussendung. „Es war mir eine große Freude und Ehre, Hermann Nitsch in vielen Gesprächen und Zusammentreffen begegnet zu sein. Er war eine schillernde, zuweilen auch polarisierende und umstrittene, aber immer spannende Künstlerpersönlichkeit von weltweiter Bedeutung.“ Mit dem Nitsch-Museum in Mistelbach habe das Land Niederösterreich „diesem großartigen Universalkünstler ein bleibendes Denkmal gesetzt. (...) Ich bin sicher, noch viele Generationen werden dieses Museum besuchen, um sich von seinen Werken inspirieren und begeistern zu lassen.“

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