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Abstiegskampf bleibt echter Krimi - Altach fiel nach hinten

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Der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga ist an Spannung nicht zu überbieten. Nach zwei Runden im Besitz der „Roten Laterne“ gab Hartberg diese vier Spiele vor dem Saisonende dank eines 3:1-Siegs bei der Admira am Samstag wieder an das Grunddurchgangs-Schlusslicht Altach ab. Dem fehlen nach dem 1:2 beim LASK zwei Zähler auf das „rettende Ufer“ und das vor dem direkten Duell in der Steiermark am Dienstag. Doch auch Ried und die Admira sind noch lange nicht gerettet.

Die Innviertler haben nach dem bitteren 0:2 in Tirol samt missglücktem Debüt von Neo-Cheftrainer Christian Heinle nur drei Punkte Luft zum Abstiegsplatz, bei den Südstädtern sind es nach der ersten Niederlage im sechsten Spiel der Qualifikationsgruppe vier. Die beiden Teams treffen am Dienstag aufeinander, sollte es einen Verlierer geben, könnte es für diesen brenzlig werden, vor allem wenn Altach gewinnt.

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Der Aufwärtstrend der Vorarlberger endete allerdings in Pasching. Nach fünf Spielen ohne Niederlage und neun Punkten ging die kleine Erfolgsserie zu Ende. „Es gibt solche Tage“, ächzte Trainer Ludovic Magnin, dessen Truppe mit der Last von zehn „Nullern“ in Folge in die zweite Saisonphase gestartet war. Die vermeintliche Wende könnte zu wenig gewesen sein. „Es ist ein mental harter Schlag, aber die Mannschaft ist im Kopf seit Wochen stark. Wir werden nicht umfallen, weil heute alles gegen uns gelaufen ist“, blickte der Schweizer optimistisch in die Zukunft.

Hartberg konnte sich hingegen über einen Befreiungsschlag freuen. Im sechsten Spiel für seinen neuen Arbeitgeber gab es für Klaus Schmidt erstmals drei Punkte, für den Club ein seltenes Gefühl, hatte man in der Liga doch zuvor am 28. November 2021 das letzte Mal gewonnen. „Der Sieg war in dieser Teufelsliga absolut notwendig, um dran zu bleiben“, betonte Schmidt. Wichtig sei er aber nicht nur wegen der Punkte gewesen. „Es war vor allem auch mental extrem wichtig.“

Damit wurde auch die 1:2-Heimniederlage gegen die Südstädter vergessen gemacht. „Wir haben uns am Montag zusammengesetzt und Klartext geredet. Das hat offenbar Wirkung gezeigt. Ich bin stolz auf die Mannschaft“, verlautete der Steirer. Zeit zum Feiern bleibt keine, steht doch ein nächstes „Endspiel“, bei dem Joseph Ganda nach seinem Kopf-Zusammenstoß wegen einer Gehirnerschütterung fehlen wird, bevor. „Es war ein Schritt in die richtige Richtung, im Abstiegskampf ist aber noch gar nichts gewonnen. Von ,safe‘ sind wir weit entfernt“, warnte Schmidt.

Für ihn waren es auch deshalb besondere Punkte, da er sie im Stadion seines Ex-Clubs geholt hatte, der ihm 2021 trotz geschaffter Klassenerhalts-Kurzzeit-Mission keinen neuen Vertrag gegeben hatte. Andreas Herzog war ihm vorgezogen worden. Der ÖFB-Rekordteamspieler muss sich auch wieder stärker mit der Abstiegsthematik auseinandersetzen. „Wir haben uns unsere gute Ausgangsposition wieder ein bisschen ruiniert“, wusste der Admira-Coach.

Auch dank verteilter Geschenke wie vor dem 0:2 gab es für die Hausherren einmal mehr im eigenen Stadion nichts zu holen. „Wir haben unsere Qualität nicht auf den Platz gebracht und extrem viel falsch gemacht. Wir haben einen bitteren Rückschlag erlitten, den es in Ried jetzt wieder auszumerzen gilt“, sagte der 53-Jährige. Doch auch die Rieder sind auf Wiedergutmachung aus, wollen im zweiten Anlauf nach dem Ende der Amtszeit von Robert Ibertsberger erstmals anschreiben.

Wer auf eine schnelle Dividende durch den Trainerwechsel gehofft hatte, der wurde bitter enttäuscht. „Uns fehlt ein bisschen die Selbstverständlichkeit, das ist den letzten Runden geschuldet. Wir werden schauen, dass wir eine positive Stimmung reinbringen, damit wir die Mannschaft aufrichten“, erklärte gegenüber „Sky“ Neo-Chefcoach Heinle, der seine Elf für das Heimmatch gegen die Admira auf Vordermann bringen will. „Wir werden schauen, dass wir die Fehler abstellen und uns durch die Trainings Sicherheit holen. Und dann wären wir gut beraten, dass wir schnell punkten“, so der 37-Jährige.

Gut Lachen hat hingegen nach den sechs Punkten in den beiden Spielen gegen die Innviertler WSG-Coach Thomas Silberberger. Seine Mannschaft ist nun gleichauf mit dem in der Qualifikationsgruppe führenden LASK, beide halten bei 21 Zählern und treffen am Dienstag in Innsbruck aufeinander. „Beim LASK haben wir noch eine Rechnung offen“, verwies der Wattener Coach auf die bisherigen drei Saisonniederlagen (inklusive Cup) bei einem Remis.

In der Liga gab es zuletzt eine 0:6-Watschen. Damals war man „Abstiegskandidat Nummer eins. Fünf Spieltage später haben wir mit zehn Punkten die meisten von allen Teams in der Qualifikationsrunde geholt. Wir sind aber noch lange nicht durch“, erklärte Silberberger. Genauso darf vom Europacup geträumt werden, der mit Platz eins im „unteren Play-off“ fix noch erreicht werden kann. Klarer Favorit dafür ist aber der LASK, der sich wieder an den Platz an der Sonne hievte.

Es war eine Rückkehr ohne Glanz, erst die Rote Karte für Altachs Verteidiger Mickael Nanizayamo brachte die Linzer nach mühevollem Beginn auf die Siegerstraße - die bald folgenden Treffer von Sascha Horvath (42./Foulelfer) und Keito Nakamura (43.) machten den erst zweiten Dreier in der Qualigruppe perfekt. „Die drei Punkte waren immens wichtig für den Kopf, jetzt haben wir uns ein bisschen Luft verschafft“, atmete Regisseur Peter Michorl auf. Kein Wunder, wären die Oberösterreicher bei einer Niederlage doch nur noch einen Punkt vom letzten Platz entfernt gewesen.


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