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Salzburg-Debakel im Youth-League-Finale - 0:6 gegen Benfica

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Red Bull Salzburgs U19-Team hat den zweiten Titel in der Fußball-Youth-League verpasst. Die „Jung-Bullen“ kassierten am Montag im Finale in Nyon gegen Benfica Lissabon ein in dieser Höhe verdientes 0:6-Debakel, das sich nach Toren von Martim Neto (2.) und Henrique Araujo (15.) schon früh abzeichnete. In der zweiten Hälfte legten N‘Dour (53.), Araujo (57., 89./Elfmeter) und Luis Semedo (69.) nach.

Benfica nahm damit Revanche an den Salzburgern für die Endspiel-Niederlage 2017 und feierte den höchsten Finalsieg überhaupt im seit 2013/14 ausgetragenen UEFA-Jugendbewerb. Auf dem Weg ins Finale hatte sich Salzburg unter anderem gegen den FC Sevilla, den VfL Wolfsburg und Paris Saint-Germain durchgesetzt, im Semifinale gelang sogar ein 5:0 über Atletico Madrid. An diese Leistung konnten die Schützlinge von Rene Aufhauser aber nicht anschließen - ganz im Gegenteil: Bereits in den ersten Minuten wurde sie kalt erwischt.

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Nach 110 Sekunden rettete Goalie Adam Stejskal bei einer Araujo-Chance in extremis. Salzburg brachte danach den Ball nicht aus der Gefahrenzone und Neto traf aus kurzer Distanz mit einem Flachschuss ins lange Eck. Die Mozartstädter antworteten mit einem Versuch von Oumar Diakite, bei dem Benficas Schlussmann Andre Gomes Sieger blieb (3.). Es dominierten aber weiterhin die technisch klar überlegenen Portugiesen, Stejskal entschärfte eine Topchance von Araujo (7.).

In der 15. Minute war der Salzburger Tormann neuerlich geschlagen. Araujo verwertete eine Hereingabe von Neto per Direktschuss - diese beiden Spieler waren schon bei Benficas Youth-League-Finalniederlage 2020 gegen Real Madrid mit von der Partie gewesen. In der Folge ließ das Tempo nach, Salzburg wurde vor der Pause aber noch zweimal gefährlich. Andre Gomes wehrte einen Schuss von Roko Simic über die Latte (37.) und hielt einen Kopfball von Lukas Wallner (40.).

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Bald nach dem Seitenwechsel war es um die Hoffnungen der Salzburger auf eine Wende endgültig geschehen. Zunächst fiel eine von Wallner unglücklich abgefälschte Flanke genau vor die Beine von Cher N‘Dour, der zum 3:0 einschoss (53.). Dann ließ sich Salzburg auskontern, Araujo umkurvte Stejskal und stellte auf 4:0 (57.). Zwölf Minuten später erhöhte „Joker“ Semedo noch auf 5:0, für den Endstand sorgte Araujo aus einem Elfmeter (89.).

Damit durfte Benfica nach zuvor drei Final-Niederlagen erstmals über die Youth-League-Trophäe jubeln und holte den ersten Triumph in einem UEFA-Bewerb seit dem Europacup der Meister 1962. Unmittelbar danach soll der damals geschasste (und am Wiener Zentralfriedhof begrabene) Benfica-Trainer Bela Guttmann einen Fluch ausgesprochen haben, wonach die „Adler“ in den nächsten 100 Jahren keinen europäischen Titel gewinnen würden. Seither verlor Benfica elf internationale Finali (Meistercup 1963, 1965, 1968, 1988, 1990, UEFA-Cup 1983, Europa League 2013, 2014, Youth League 2014, 2017, 2020).

Salzburg-Trainer Aufhauser zeigte sich nach der Abfuhr enttäuscht. „“Kurz und schmerzlos, wir waren nicht so scharf wie am vergangenen Freitag (Anm.: gegen Atletico), und der Gegner war um eine Stufe stärker, der Spielverlauf war dementsprechend. Nach gefühlt zwei, drei Schüssen waren wir mit 0:2 hinten, danach hat Benfica die Qualität ausspielen können.“

Der Ex-ÖFB-Teamspieler trauerte dem verpassten zweiten Triumph in der Youth League nach. „Das tut jedem weh, wenn man so knapp davor ist, mir persönlich geht‘s genauso. Wir wollten natürlich diesen Titel und haben auch alles dafür investiert. Aber im Sport gibt‘s einfach Sieger und Verlierer, Ups und Downs. Die Burschen werden das insgesamt Geleistete nach ein paar Tagen verstehen, wenn Eindrücke von zu Hause kommen, von Familie und Freunden, die wirklich stolz sind“, erklärte Aufhauser.


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