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Ukraine plant „Operation“ zur Evakuierung aus Stahlwerk

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Die Ukraine hofft auf eine Rettung von Zivilpersonen aus dem Stahlwerk Asowstal in Mariupol. „Heute ist eine Operation geplant, um die Zivilpersonen aus dem Werk zu bekommen“, erklärt das Präsidialamt in Kiew. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres bemüht sich derzeit um die Evakuierung des von russischen Truppen eingeschlossenen Werksgeländes. Laut ukrainischen Angaben wurden indes die russischen Bodenangriffe im Osten der Ukraine in der Nacht auf Freitag vorerst eingestellt.

Der russische Präsident Wladimir Putin verlangt von den im Stahlwerk Asowstal in Mariupol verschanzten ukrainischen Kämpfern, die Waffen niederzulegen. Putin habe es ganz klar gesagt: „Die Zivilisten können gehen und zwar in jede Richtung, die Militärs müssen rauskommen und ihre Waffen niederlegen“, meinte Kremlsprecher Dmitri Peskow gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur TASS. Ihnen werde das Leben und medizinische Versorgung garantiert. Mehr aber nicht, hieß es.

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Zuvor war bei einem russischen Angriff auf die im Stahlwerk Asowstal verschanzten letzten Verteidiger Mariupols das dort eingerichtete Feldlazarett unter schweren Beschuss geraten. Nach einem Bericht der „Ukrajinska Prawda“ kam dabei am Donnerstagabend mindestens ein Soldat ums Leben, rund 100 Patienten erlitten weitere Verletzungen. Nach Darstellung der Verteidiger sei das Lazarett, in dem sich rund 500 Verwundete und Ärzte aufhielten, gezielt angegriffen worden. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Die russischen Streitkräfte stellten unterdessen nach ukrainischen Angaben ihre Bodenangriffe im Osten der Ukraine in der Nacht auf Freitag vorläufig ein. „In Richtung Isjum hat (der Feind) keine aktiven Angriffshandlungen durchgeführt“, teilte der ukrainische Generalstab am Vormittag in seinem Lagebericht mit. Die russischen Kräfte beschränkten ihre Aktivitäten demnach auf Aufklärung und Artilleriebeschuss. Die Gegend um Isjum im Gebiet Charkiw war in den vergangenen Tagen die Hauptstoßrichtung der russischen Truppen. Durch den Vorstoß nach Süden sollten die ukrainischen Kräfte im Donbassgebiet eingekesselt werden.

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Auch an anderen Frontabschnitten blieb es verhältnismäßig ruhig. Vor Donezk meldete der ukrainische Generalstab ebenfalls Artilleriebeschuss, aber keine weiteren Sturmversuche. Auch die ukrainische Armee beschränkte sich nach Angaben des Generalstabs in erster Linie auf Abwehrarbeiten. So wurden in der Nacht 15 Flugobjekte abgeschossen: neben einem Flugzeug fünf Marschflugkörper und neun Drohnen. Unabhängig ließen sich die Berichte nicht überprüfen.

Am Freitagabend war die südukrainische Hafenstadt Odessa Ziel von russischen Raketenangriffen gewesen. Dabei habe die Luftabwehr drei russische Raketen abgeschossen, teilte der örtliche Militärvertreter Maxim Martschenko mit. „Wir haben den Himmel unter Kontrolle.“ Zuvor sei bereits eine russische Aufklärungsdrohne zerstört worden. In der Stadt seien am Abend jedoch mehrere Explosionen zu hören gewesen, berichtete unter anderem die „Ukrajinska Prawda“.

Die russischen Geländegewinne in der Donbass-Region sind nach Erkenntnissen britischer Geheimdienstexperten angesichts heftiger ukrainischer Gegenwehr beschränkt und mit hohen Verlusten verbunden. Das teilte das Verteidigungsministerium in London am Freitag mit.

Besonders heftig seien die Kämpfe um die Städte Lyssytschansk und Sjewjerodonezk mit einem versuchten Vorstoß von Isjum in Richtung Süden Richtung Slowjansk.

Die Schlacht um die Donbass-Region bleibe weiterhin der strategische Fokus Russlands, um das ausgegebene Ziel der Kontrolle über die Verwaltungsbezirke Donezk und Luhansk zu erreichen, hieß es in der Mitteilung weiter.


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