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Angewandte: Ehemalige PSK-Kassenhalle wird „Café Exchange“

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Nicht der Transfer von Geld, sondern der Austausch von Wissen steht ab Mai in der ehemaligen Wiener PSK-Kassenhalle im Zentrum. Mit dem „Café Exchange“ etabliert die Universität für angewandte Kunst in der Glaskuppelhalle von Otto Wagner ein „Zentrum für interdisziplinären Austausch“, wie Rektor Gerald Bast am Freitag bei einem Pressegespräch erläuterte. Die Bespielung erfolgt durch das Angewandte Interdisciplinary Lab (AIL), Gastronom Alexander Afrough betreibt ein Café.

„Der Name ist Programm“, so Bast in Anspielung auf das „Café Exchange“, das ab Mai von Montag bis Freitag (13 bis 18 Uhr) für die Öffentlichkeit zugänglich ist und wo auch abseits der vom AIL programmierten Veranstaltungen ein reger Gedankenaustausch stattfinden soll. Angeregt werden sollen die Gespräche der Café-Gäste durch die „algorithmische Echtzeit-Medieninstallation“ namens „Web-Crawler Report“ von Martin Kusch. Dabei werden „heterogene Inhalte anhand ausgewählter Begriffe und Schlüsselwörter aus dem Internet in einem einheitlichen Format kombiniert und präsentiert“, wie es heißt. Die so auf Bildschirmen ausgegebenen Headlines und Bilder stammen von ausgewählten Informationsquellen aus den unterschiedlichsten Bereichen von Aktivismus bis Kultur und von Forschung bis Politik und werden den Gästen in Kurzvideos präsentiert. Durch dieses „Panoptikum von aufregenden Nachrichten“ (Bast) sollen sich angeregte Diskussionen an den Kaffeehaustischen ergeben.

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In die Abende hinein fallen hingegen viele jener Programmpunkte, die von Alexandra Graupner und Elisabeth Falkensteiner, den beiden Leiterinnen des AIL, kuratiert werden. Den Anfang macht am 6. Mai ein „Salon de Passage“ mit dem Titel „Gathering, Hunting, Cultivation: Green“, in dessen Rahmen ein internes Forschungsprojekt präsentiert wird. Experten aus Architektur, bildender Kunst, Medientheorie und kuratorischer Praxis werden sich hier der Farbe Grün im Stadtraum widmen, wie es in der Ankündigung heißt. Am 12. Mai spricht Wendy Chun über ihr Buch „Discriminating Data“, in dem sie der Methode des maschinellen Lernens nachgeht und argumentiert, „dass diese Algorithmen Segregation fördern, weil sie auf den Prinzipien der Eugenik basieren“.

Herzstück des Mai-Programms ist ein zweitägiges Symposium (12. und 13. Mai), in dem man laut Graupner und Falkensteiner „Zukünfte erfahrbar“ und „Wissen greifbar“ machen will. Am 20. Mai folgt die Teilnahme an der „Langen Nacht der Forschung“ mit Diskussionsrunden und Präsentationen künstlerischer Forschungsprojekte an der Angewandten. Parallel ist die Ausstellung und Performance „Toxic Temple MESS“ zu sehen: Angekündigt ist „ein künstlerisch-philosophisches Abenteuer“.

Der Austausch von Ideen solle nicht nur „superspezialisierten Expertinnen und Experten“ vorbehalten sein, unterstrich Bast. Vielmehr gelte es, neben Forschung und Lehre auch der Vermittlung von Wissen einen gleichrangigen Platz einzuräumen. „Denn wenn wir das nicht tun, werden die Universitäten an Relevanz verlieren“, zeigt sich der Angewandte-Rektor überzeugt.

Der Mietvertrag mit der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) läuft vorerst für 20 Jahre. An der denkmalgeschützten Kassenhalle habe man bis auf die Notbeleuchtung nichts verändert, allerdings gelte es, in den kommenden Wochen noch die Akustik zu optimieren. Neben dem „Café Exchange“ wird das AIL auch weitere Räumlichkeiten des Gebäudes nutzen, aus dem die Bawag im Februar 2019 auszog. Die BIG hat das Gebäude 2020 von der Signa Prime Selection um Immobilieninvestor Rene Benko übernommen. Die Gesamtgebäudefläche beträgt rund 40.000 Quadratmeter, weitere Institutionen werden dem AIL folgen. Details dazu werde es zu einem späteren Zeitpunkt geben.

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