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Elf Jahre nach Cuptitel: Ried fordert Salzburgs Seriensieger

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Es ist ein Duell zweier Bundesligisten, der Vergleich David gegen Goliath darf trotzdem geltend gemacht werden. Wenn die SV Ried am Sonntag (17.00 Uhr/ORF 1) im Klagenfurter Wörtherseestadion im Finale des ÖFB-Cups den FC Red Bull Salzburg fordern will, benötigen die Innviertler wohl eine Glanzvorstellung. Nach dem neuerlichen Titelgewinn in der Fußball-Bundesliga sind Salzburgs Seriensieger erpicht, im Cup die nächste Trophäe einzuheimsen. Es wäre nicht das erste Double.

Achtmal vollendeten die „Roten Bullen“ in der noch nicht allzu alten Clubgeschichte bereits das Doppel aus Meisterschaft und Cup. In der seit 2005 währenden Red-Bull-Ära ist für die nationale Konkurrenz seit über einem Jahrzehnt fast nichts mehr zu holen. Nur 2011 und 2013 ließ Salzburg gänzlich aus. Vor elf Jahren hieß der Cupsieger Ried. Von damals ist im Lager der Oberösterreicher noch der nunmehrige Kapitän Marcel Ziegl dabei.

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Der 29-Jährige - der ein Jahr später mit Ried im Finale gegen Salzburg unterlag - unterstrich die Herangehensweise seines Teams. „Für viele in unserer Mannschaft ist es das bisher größte Spiel ihrer Karriere“, meinte Ziegl. Rund 3.000 Fans der Spielvereinigung wollen am Wörthersee dabei sein. Ried gewann vor 2011 auch 1998 den Cup. Ziegl kündigte an: „Wir werden nicht als Touristen hinfahren.“ Ein Statement, das sein Trainer Christian Heinle nur allzu gern aufnahm.

„Für uns ist das ein Erlebnis, das nicht jedes Jahr vorkommt. Wir sind hoch motiviert, wollen Paroli bieten und im besten Fall den Titel gewinnen“, meinte der 37-Jährige, der erst vor zwei Wochen Robert Ibertsberger beerbte. Für Ried kann die Reise nach Kärnten als willkommene Abwechslung zum Liga-Alltag gelten. Dort ist die SVR nur Vorletzter der Quali-Gruppe. In einem Spiel - so das oft gehörte Cup-Motto - sei nun „alles möglich“. Die Duelle mit Salzburg in der Meisterschaft verliefen unterschiedlich. Rieds 1:7 in Wals-Siezenheim folgte ein 2:2 im Innviertel.

Das Remis ist es, das Matthias Jaissle die Rieder als „unangenehmen Gegner“ einstufen lässt. Salzburgs Meistercoach wirkte zwei Tage vor dem Spiel jedoch selbstsicher, das sich die Qualität seiner Elf durchsetzen wird. Jaissle sprach von einem „guten Gefühl“ für Sonntag. Druck sei aus Sicht des Seriensiegers immer da. Damit könne sein Team aber gut umgehen. „Wir fahren nach Klagenfurt mit dem Anspruch und der Motivation, den Titel zu holen.“

Dass Salzburgs Meisterkicker zuletzt bei Sturm die zweite Niederlage der Saison kassierten, habe ihn gewurmt, so Jaissle. Dies sei aber aufgearbeitet. Gegen Ried wird Salzburg wieder alle seine Topspieler wie die in Graz geschonten Karim Adeyemi und Rasmus Kristensen oder den gesperrt gewesenen Mohamed Camara aufbieten. „Ich bin guter Dinge und habe das Vertrauen, dass die Mannschaft zu 100 Prozent auf dem Punkt ist“, bekräftigte Jaissle. Mit 34 Jahren ist er drei Jahre jünger als sein Gegenüber Heinle.

Salzburg steht zum neunten Mal in Serie im Cupfinale. Sieben der jüngsten acht Endspiele wurden gewonnen, nur 2018 rang Sturm Graz den Favoriten in Klagenfurt in der Verlängerung (0:1) nieder. Die Statistik ist eindrucksvoll: Von den vergangenen 53 Pokalspielen verlor Salzburg nur dieses eine. Eine Niederlage vermieden Andreas Ulmer und Co. heuer in extremis im Halbfinale. Der WAC wurde erst im Elfmeterschießen niedergerungen.

Salzburg bringt 1.700 Fans mit, in einem Sonderzug werden Hunderte nach Klagenfurt anreisen. Sehen wollen sie dort die nächste Titelparty. Der Hunger danach sei groß, unterstrich Ulmer. Der 36-Jährige sagte zur Ausgangslage: „Grundsätzlich kann Ried ein unangenehmer Gegner sein. Aber es liegt an uns, wie wir ins Spiel rein starten.“ Als Ried vor elf Jahren im Cup jubelte, saß Ulmer vor dem Fernseher. Damals scheiterte Red Bull Salzburg in der zweiten Runde an Blau Weiß Linz. Ein Ausrutscher, der aktuell kaum vorstellbar ist.


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