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Russland verstärkt Angriffe auf Charkiw

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Russland hat die Offensive im Osten und Süden der Ukraine mit unverminderter Härte fortgesetzt und dabei insbesondere die Großstadt Charkiw attackiert. Dort waren in der Nacht auf Samstag heftige Explosionen zu hören. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach trotz der Angriffe auf die zweitgrößte Stadt des Landes von „taktischen Erfolgen“ der Regierungstruppen in der Region. Laut britischen Berichten sind die Russen gezwungen, die Truppen neu zu sammeln.

„Die Mängel bei der taktischen Koordination bestehen weiter“, twitterte das britische Militär zur Lage in der Nordostukraine. Wegen der Schwäche der Einheiten und unzureichender Luftunterstützung könne Russland seine Kampfkraft nicht voll ausschöpfen.

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Die ukrainischen Streitkräfte eroberten nach eigenen Angaben in der Nähe von Charkiw das „strategisch wichtige“ Dorf Ruska Losowa zurück. Dem Verteidigungsministerium in Kiew zufolge brachten die ukrainischen Soldaten mehr als 600 Einwohner in Sicherheit.

„Die Lage in der Region Charkiw ist schwierig“, sagte Selenskyj in einer Fernsehansprache. „Aber unser Militär und unser Geheimdienst haben wichtige taktische Erfolge erzielt.“ Selenskyj warf der russischen Armee vor, bei ihrer Offensive im Donbass „alles Leben zerstören“ zu wollen. Die permanenten Angriffe auf die Infrastruktur und auf Wohngebiete zeigten, „dass Russland dieses Gebiet unbewohnbar machen will“.

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Die russischen Truppen eroberten bereits eine Reihe von Dörfern in der Donbass-Region. Aber auch die ukrainischen Streitkräfte meldeten kleinere Erfolge. Ein hochrangiger NATO-Vertreter erklärte, Russland habe bei seinem Versuch, feindliche Stellungen einzukesseln, nur „geringfügige“ und „ungleichmäßige“ Fortschritte erzielt, während die ukrainischen Streitkräfte zum Gegenangriff übergingen.

Zudem setzt die Ukraine offenbar einzelne Nadelstiche gegen den übermächtigen Nachbar. Die russische Flugabwehr soll ein ukrainisches Flugzeug daran gehindert haben, in den Luftraum der Region Brjansk einzudringen. Dabei seien Teile eines Ölterminals von Beschuss getroffen worden, berichteten russische Medien. „Es gibt keine Opfer“, sagte Gouverneur Alexander Bogomas. Bei dem Terminal sei ein Logistik-Gebäude beschädigt worden. Die Informationen konnten nicht unabhängig verifiziert werden.

Ein ranghoher Beamter des US-Verteidigungsministeriums meinte unterdessen, Russlands Offensive in der Ostukraine liege „hinter dem Zeitplan“ zurück. Die russischen Streitkräfte seien „weit davon entfernt, die Verbindung zwischen den Truppen, die über die Region Charkiw im Norden des Donbass einmarschiert sind, und den Truppen aus dem Süden des Landes herzustellen“. Es sei aber davon auszugehen, „dass sie weiterhin die Bedingungen für eine anhaltende, größere und längere Offensive schaffen“, fügte der Pentagon-Vertreter hinzu.


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