Meghan und Harry: Endet finanzielle Unabhängigkeit in Tränen?

Experten sehen das Vorhaben des royalen Paares, zukünftig finanziell auf eigenen Beinen zu stehen, sehr skeptisch. Ähnliche Versuche hätten böse geendet.

Harry und Meghan wollen künftig gemeinsam mit ihrem acht Monate alten Sohn Archie in Großbritannien und Kanada leben, finanziell unabhängig sein und sich teilweise von ihren Verpflichtungen zurückziehen.
© JEREMY SELWYN

London — Prinz Harry und Meghan wollen ihr Leben neu ausrichten - und künftig auch ihr eigenes Geld verdienen. Experten sehen dieses Vorhaben skeptisch. Derartige Versuche der Royals hätten "immer in Tränen geendet", warnte der frühere BBC-Royals-Korrespondent Peter Hunt.

Auch David McClure, Autor eines Buchs über die Finanzen des britischen Königshauses, sagt: "Ich glaube nicht, dass das funktionieren wird." Royals und Geldverdienen sei "eine giftige Mischung" voller "Gefahren". Diese reichen von Interessenskonflikten über peinliche Misserfolge bis hin zum finanziellen Ruin, wie andere Mitglieder des Königshauses in der Vergangenheit vorgeführt haben:

Prinzessin Diana: Nach ihrer Trennung von Thronfolger Prinz Charles 1993 kündigte Harrys Mutter Diana an, ihre offiziellen Verpflichtungen zurückzufahren. Nach ihrer Scheidung von Charles 1996 durfte sie sich nicht mehr als "königliche Hoheit" anreden lassen. Sie beendete ihr Engagement für 93 von 99 wohltätigen Einrichtungen, für die sie sich bis dahin eingesetzt hatte. Auch wenn sie nicht mehr wirklich zum Königshaus dazu gehörte, sagte sich Diana aus Sorge um ihre Söhne nicht völlig los. Sie lebte weiter im Kensington-Palast, hatte aber keinen Personenschutz wie ein Royal. 1997 starb sie bei einer Verfolgungsjagd mit Paparazzi in Paris.

Prinzessin Diana verstarb am 31. August 1997.
© reuters/apa/dpa

Berichte: Angst bei den Royals vor TV-Interview nach Krisentreffen

Der britische Prinz Harry und Herzogin Meghan könnten Befürchtungen zufolge mit einem Fernsehinterview an die Öffentlichkeit gehen, sollte Königin Elizabeth II. ihnen nicht bei ihren Plänen entgegenkommen. Der Schaden eines nicht vom Palast genehmigten Interviews wäre immens, zitieren britische Zeitungen am Montag nicht näher genannte Quellen am Königshof.

Erst vor wenigen Wochen hatte sich Prinz Andrew (59), der in einen Missbrauchsskandal verwickelt sein soll, in einem TV-Interview um Kopf und Kragen geredet. Eigentlich wollte er mit dem Interview seinen Ruf wiederherstellen. Experten sprachen von einer „PR-Katastrophe“. Der Druck auf Andrew wurde so groß, dass er seine royalen Verpflichtungen vorübergehend ruhen lässt.

Die Queen rief für Montag eine Krisensitzung mit Familienmitgliedern auf ihrem Landsitz im ostenglischen Sandrigham ein, um die Zukunft von Harry (35) und Meghan (38) zu besprechen. Das bestätigte eine Sprecherin des Buckingham-Palastes der Deutschen Presse-Agentur. Wann das Treffen beginnen sollte, wurde nicht mitgeteilt.

Erwartet zu dem Treffen wurden neben der Queen (93) und ihrem Privatsekretär Sir Edward Young Harry auch Thronfolger Prinz Charles (71) und sein älterer Sohn Prinz William (37). Harry sollte nach Sandringham kommen. Meghan hält sich in Kanada auf und wollte sich Berichten zufolge telefonisch zu dem Treffen zuschalten. Britische Zeitungen spekulierten, dass die Herzogin von Sussex - so Meghans offizieller Titel - länger mit ihrem acht Monate alten Sohn Archie in Kanada bleibt, weil sie ihre Hunde nach Nordamerika mitgenommen habe.

Prinz Edward und seine Ehefrau Sophie.
© Stefan Rousseau

Prinz Edward: Als viertes und jüngstes Kind von Königin Elizabeth II. wusste Prinz Edward nicht viel mit sich anzufangen. Er begann, für ein Musicaltheater zu arbeiten. Später beteiligte er sich an künstlerisch anspruchsvollen, aber erfolglosen TV-Produktionen. Mit seiner Royals-Version der Slapstick-Fernsehshow "It's a Knockout" erlebte er nach landläufiger Meinung ein erniedrigendes Desaster. Edward kehrte schließlich in den Schoß des britischen Königshauses zurück. Dort übernimmt er regelmäßig öffentliche Aufgaben und verhält sich ansonsten unauffällig.

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Sophie, Gräfin von Wessex: Nach ihrer Hochzeit mit Prinz Edward 1999 betrieb Sophie von Wessex weiter ihre PR-Firma. 2001 berichtete allerdings die Zeitung News of the World, dass sie sich gegenüber einem angeblichen potenziellen Geschäftspartner abfällig über Mitglieder des Königshauses und Politiker geäußert habe. Ihr wurde vorgeworfen, ihre Beziehungen zum Königshaus für geschäftliche Zwecke zu missbrauchen. Daher zog sich Sophie 2002 aus dem Geschäftsleben zurück. Seitdem hat sich Edwards Frau zu einer der zuverlässigsten Royals entwickelt und tritt oft als Begleitung der Queen auf.

Sophie tritt häufig an der Seite der Queen auf.
© KIRSTY O'CONNOR

Sarah, Herzogin von York: Nach ihrer Scheidung vom zweitältesten Sohn der Queen, Prinz Andrew, im Jahr 1996 musste Sarah Ferguson sich selbst um Einkünfte bemühen. Sie war Werbebotschafterin für das Diät-Unternehmen Weight Watchers, schrieb Kinderbücher und trat im US-Fernsehen auf. Dennoch hatte die Herzogin von York mit Schulden zu kämpfen. 2010 berichtete News of the World, "Fergie" sei mit versteckter Kamera dabei gefilmt worden, wie sie einem als Geschäftsmann getarnten Journalisten für 500.000 Pfund Zugang zu ihrem Ex-Mann Prinz Andrew anbot.

Herzogin Sarah soll sich außerdem von dem US-Milliardär und verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein aus einer finanziellen Klemme geholfen haben lassen. Wegen seiner Kontakte zu dem mittlerweile in US-Haft gestorbenen Geschäftsmanns legte Andrew im November seine öffentlichen Aufgaben nieder.

Stammbaum von Queen Elizabeth II.
© APA

Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie: Die Töchter von Andrew und Sarah sind die ranghöchsten Mitglieder der britischen Königsfamilie, die keine royalen Pflichten ausüben. Die 31-jährige Beatrice arbeitet in New York als Vize-Chefin für Strategie und Partnerschaften von Afiniti, einem Entwickler von Software für Künstliche Intelligenz. Die 29-jährige Eugenie arbeitet in leitender Stellung bei der Londoner Kunstgalerie Hauser and Wirth. Interessenskonflikte werden den beiden Schwestern nicht vorgeworfen. Sollten Harry und Meghan ihre royalen Pflichten völlig abgeben, dürfte auf Harrys Cousinen der Druck wachsen, sich als Vertreter der jungen Generation bei den Royals zu engagieren. (APA/AFP)

Sarah Ferguson - Herzogin von York - mit ihren Töchtern Beatrice und Eugenie.
© John Parra


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