Verwahrlostes Mädchen (5) jahrelang auf sich allein gestellt: Ermittlungen

Ein Mädchen in Brandenburg soll in extrem verwahrlostem Zustand in ein Krankenhaus gebracht worden sein, berichtet eine Zeitung. Es soll jahrelang allein gewesen sein. Polizei und Staatsanwaltschaft prüfen den Fall.

Nach einem Medienbericht ermittelt auch die Polizei.
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Eberswalde – Ein fünfjähriges Mädchen in Eberswalde im deutschen Bundesland Brandenburg soll einem Bericht zufolge über lange Zeit extrem vernachlässigt und ohne Tageslicht in einer Wohnung alleingelassen worden sein. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) hat sich eingeschaltet und prüft den Fall.

„Wir haben aufgrund der Presseberichterstattung ein Ermittlungsverfahren eingeleitet“, sagte Staatsanwalt Ingo Kechichian am Montag. Es werde wegen des Vorwurfs der Misshandlung von Schutzbefohlenen gegen Unbekannt ermittelt. Die Polizei leitete nach eigenen Angaben von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren wegen der Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht ein.

Körperlich und geistig stark zurückgeblieben

Die Märkische Oderzeitung hatte am Samstag berichtet, das fünfjährige Mädchen aus Eberswalde nördlich von Berlin habe jahrelang kein Tageslicht gesehen. Es solle mindestens zwei Jahre völlig auf sich allein gestellt gewesen sein. Das Mädchen sei in der Weihnachtszeit in eine Klinik in Bernau gekommen. Es sei körperlich und geistig stark zurückgeblieben und habe einen extrem verwahrlosten Eindruck gemacht.

Die Einweisung sei unter Mitwirkung des Jugendamtes erfolgt, sagte die Sozialdezernentin des Kreises Barnim, Yvonne Dankert, der Zeitung. Die Bild-Zeitung und die B.Z. berichteten am Montag über das Ermittlungsverfahren.

Der Landrat des Kreises Barnim, Daniel Kurth (SPD), und Sozialdezernentin Dankert wollten am Montagnachmittag Stellung zu den Berichten nehmen. Ein Kreissprecher verwies zuvor nur darauf, dass sich die verantwortlichen Stellen berieten und immer wieder Fälle von Verwahrlosung vorkämen.

Das Brandenburger Jugendministerium forderte den Landkreis zu einer Stellungnahme auf. Ministeriumssprecherin Antje Grabley sagte in Potsdam, bei solch einer Straftat hätten Staatsanwaltschaft und Polizei informiert werden müssen. (dpa)


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