Wirbel um Buch zum Zölibat: Benedikt will nicht mehr Co-Autor sein

Im Namen von des emeritierten Papstes Benedikt XVI. und des konservativen Kardinals Robert Sarah sollte diesen Mittwoch das Buch „Des profondeurs de nos cœurs“ (übersetzt: „Aus den Tiefen unserer Herzen“) erscheinen. Darin warnen die beiden vor einer Aufweichung des Zölibats.

Der emeritierte Papst Benedikt XVI.
© VINCENZO PINTO

Rom – Die Äußerungen des emeritierten Papstes Benedikt zum Zölibat sorgen im Vatikan für helle Aufregung. Benedikts Privatsekretär Georg Gänswein erklärte italienischen Medien, dass Benedikt nicht als Co-Autor eines entsprechenden Buches auftreten wollte. Er habe den Verlag auf Wunsch Benedikts angewiesen, dessen Unterschrift zu entfernen, zitierte die Nachrichtenagentur Ansa den deutschen Kurienerzbischof am Dienstag. Benedikt habe weder einer Co-Herausgeberschaft zugestimmt noch den Buchtitel vorab gesehen. „Es hat sich um ein Missverständnis gehandelt.“

Im Namen Benedikts und des konservativen Kardinals Robert Sarah sollte diesen Mittwoch das Buch „Des profondeurs de nos cœurs“ (übersetzt: „Aus den Tiefen unserer Herzen“) erscheinen. Darin warnen die beiden vor einer Aufweichung des Zölibats. Sarah hatte sich gegen „außerordentlich schwere Verleumdungen“ gewehrt, dass er Benedikt manipuliert habe, und veröffentlichte einen Briefwechsel mit dem deutschen Ex-Pontifex.

Das Buch wurde als Affront des ehemaligen Papstes gegenüber seinem Nachfolger Franziskus gewertet. Denn dieser will in Kürze ein sogenanntes postsynodales Schreiben veröffentlichen, in dem es auch um die Ehelosigkeit von Priestern gehen soll. Dass sich der Ex-Pontifex noch vor dem amtierenden Katholiken-Oberhaupt zu so einem heiklen Thema äußert, werteten Theologen und Kirchenexperten als Grenzüberschreitung. Denn Benedikt hatte nach seinem Rücktritt im Februar vor sieben Jahren Zurückhaltung und ein stilles Leben im Gebet gelobt. (dpa)


Schlagworte