Betrug mit EU-Fördergeldern: Große Anti-Mafia-Razzia auf Sizilien

Die Clans werden beschuldigt, mit Betrügereien EU-Fördergelder für die süditalienische Landwirtschaft im Wert von 5,5 Millionen Euro erschlichen zu haben.

In Italien gab es wegen der Mafia erneut Razzien.
© APA/EPA

Rom/Messina/EU-weit – Bei einer Anti-Mafia-Razzia auf Sizilien sind Mittwochfrüh 94 Personen festgenommen worden. 48 davon wurden unter Hausarrest gestellt. Im Rahmen der bisher größten Aktion gegen Mafia-Clans in der sizilianischen Hafenstadt Messina wurden 150 Unternehmen beschlagnahmt. Ermittlungen laufen gegen insgesamt 194 Personen.

Die Handschellen klickten für die Bosse der einflussreichen Mafia-Clans Batanesi und Bontempo Scavo. 600 Militärs beteiligten sich an der Razzia, berichtete die Polizei. Die Clans werden beschuldigt, mit Betrügereien EU-Fördergelder für die süditalienische Landwirtschaft im Wert von 5,5 Millionen Euro erschlichen zu haben. Hunderte Betrugsfälle wurden aufgedeckt. Den Festgenommenen wird Mafia-Zugehörigkeit, schwerer Betrug, Erpressung und Drogenhandel vorgeworfen. Die Ermittlungen betreffen auch Unternehmer sowie einen Notar.

Für Gründstücke Fördergelder kassiert

Die beiden Clans Batanesi und Bontempo Scavo, einst Rivalen, hatten sich in den vergangenen Jahren verbündet, um Grundstücke auf Sizilien und außerhalb der Insel zu erwerben, für die sie EU-Fördergelder für die Landwirtschaft beantragten. Damit machten sie ehrlichen Bauern Konkurrenz, berichteten die ermittelnden Staatsanwälte.

Die Cosa Nostra ist in Sizilien beheimatet und besteht aus wenigen Familien. Sizilien gilt allgemein als Ursprungsregion der italienischen Mafia, die neben der Cosa Nostra drei weitere große Organisationen kennt: die 'Ndrangheta in Kalabrien, die Camorra in Neapel und Kampanien sowie die Sacra Corona Unita in Apulien. Die Zahl der Cosa Nostra-Mitglieder wird derzeit auf rund 5.000 geschätzt. Die Erpressung von Schutzgeldern ist nach wie vor eine ihrer Haupteinnahmequellen, doch setzen sich immer mehr Unternehmer gegen die kriminellen Organisationen zur Wehr. (APA/dpa)

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