EU-Bürger schränkten aus Angst vor Hackern Internetnutzung ein

Am stärksten zögerten Menschen, Informationen an soziale oder berufliche Netzwerkdienste weiterzugeben. 16 Prozent der Österreicher trauen auch dem Internet-Banking nicht.

Symbolbild.
© pixabay

Brüssel – Während sich das Alltagsleben zunehmend digitalisiert, herrscht bei Internetnutzern in Europa Sorge vor Hackerattacken. Rund 44 Prozent der EU-Bürger gaben 2019 an, ihre privaten Online-Aktivitäten in den vergangenen zwölf Monaten aufgrund von Sicherheitsbedenken eingeschränkt zu haben, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichen Studie der Statistikbehörde Eurostat hervorgeht.

Am stärksten zögerten Menschen, personenbezogene Informationen an soziale oder berufliche Netzwerkdienste bereitzustellen. Dies gelte für ein Viertel der Bevölkerung zwischen 16 und 74 Jahren in der Europäischen Union (EU), in Österreich sogar für ein Drittel. Fast ein Fünftel schränkte der Erhebung zufolge die Nutzung von öffentlichem WLAN ein, in Österreich gaben das 17 Prozent an. Rund 13 Prozent zögerten beim Internet-Banking, in Österreich waren dies 16 Prozent.

Betrügerische Nachrichten als größte Gefahr

Gut ein Drittel hatte der Studie nach mit Sicherheitsproblemen durch die Nutzung des Internets für private Zwecke zu kämpfen. Größte Schwierigkeit seien betrügerische Nachrichten, mit denen versucht wurde, an Informationen wie Benutzername und Passwort zu kommen, um sich auf E-Mail-Konten oder Websites für E-Banking anzumelden (Phishing, 26 Prozent). Rund 13 Prozent der Nutzer wurden auf gefälschte Websites umgeleitet, auf denen personenbezogene Informationen angefordert wurden (Pharming). Rund drei Prozent wurden durch die betrügerische Nutzung von Kredit- oder Debitkarten geschädigt, ebenfalls drei Prozent durch den Verlust von Dokumenten, Bildern oder anderen Daten aufgrund eines Virus oder eines anderen Computerschadens (etwa Wurm oder Trojaner).

Rund zwei Prozent der Befragten stellten fest, dass ihr Nutzerkonto für soziale Netzwerke oder ihr E-Mail-Konto gehackt worden war und Inhalte ohne ihr Wissen veröffentlicht oder versandt wurden. Je ein Prozent meldete einen Identitätsdiebstahl beziehungsweise den Missbrauch personenbezogener Daten im Internet, was etwa zu Diskriminierung, Belästigung oder Mobbing führte. (APA/Reuters)

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