Brände in Australien: Lang ersehnter Regen gefährdet Koalas in Tierpark

Der Regen in den am schwersten betroffenen Bundesstaaten soll noch das ganze Wochenende anhalten. Sie helfen dabei, die Brände einzudämmen. In einem Tierpark bei Sydney sind die Koalas dadurch erneut in Gefahr.

Triefnasse Koalas klammerten sich an Eukalyptus-Bäume.
© Screenshot/Facebook/Australian Reptile Park

Canberra – Der lang ersehnte Regen in den Brandgebieten in Australien hat die Koalas in einem Tierpark bei Sydney erneut in Gefahr gebracht: Der Australian Reptile Park in Somersby nördlich von Sydney versank am Freitag in gewaltigen Wassermassen. Der Zoo veröffentlichte Fotos von triefnassen Koalas, die sich an einen Eukalyptus klammerten oder von einem Tierpfleger in Sicherheit gebracht wurden.

Auch das Krokodil-Gehege des Zoos wurde überflutet - das Wasser schwappte fast über den Zaun. Wie auf einem Foto zu sehen war, hielt ein Tierpfleger ein Krokodil, das offenbar ausbüxen wollte, mit einem Besen zurück.

Vor einer Woche war der Australian Reptile Park noch von einem der im Südosten Australiens wütenden Buschfeuer bedroht worden. "Es ist unglaublich: Letzte Woche haben wir uns jeden Tag getroffen, um über die unmittelbare Bedrohung durch die Buschfeuer zu beraten", sagte Zoodirektor Tim Faulkner. "Heute war unser ganzes Team da draußen im Regen, um unsere Tiere in Sicherheit zu bringen und den Park vor den Fluten zu retten."

Landwirte waren über Niederschläge erfreut

Andernorts konnten Landwirte, die unter der anhaltenden Dürre leiden, ob des Regens endlich aufatmen.

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Die Niederschläge in den Bundesstaaten Victoria, New South Wales und Queensland – die zu den am stärksten vom Feuer betroffenen Gegenden zählen – löschen laut Feuerwehr zwar nicht alle Brände, helfen aber dabei, sie einzudämmen. „Wir drücken die Daumen, dass das in den kommenden Tagen so weitergeht", twitterte die Feuerwehr von New South Wales.

Tourismus fürchtet Milliardenverluste

Die australische Tourismusindustrie fürchtet indes Milliardenverluste. Die Einbußen könnten sich bis Jahresende auf mindestens 4,5 Milliarden australische Dollar (2,8 Mrd. Euro) belaufen, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht des Branchenverbandes ATEC.

Die Berechnung stützt sich auf einen Vergleich der aktuellen Vorausbuchungen mit denen des Vorjahres. Der Rückgang entspricht etwa zehn Prozent der Gesamteinnahmen aus dem Auslands-Tourismus.

ATEC-Direktor Peter Shelley sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass mindestens 70 Prozent der 850 Verbandsmitglieder Stornierungen in größerem Umfang verzeichnet hätten. Vor allem Urlauber aus den USA, Großbritannien und anderen Teilen Europas hätten es sich anders überlegt. Gründe seien die Angst vor schlechter Luft, die Sorge um die persönliche Sicherheit und die Befürchtung, dass touristische Attraktionen unter den Bränden gelitten hätten. Die Buschfeuer seien in einem für die Buchungen kritischen Zeitraum ausgebrochen.

Drittel der Fläche von Deutschland verbrannt

Bei den schweren Feuern sind bisher mehr als 11,8 Millionen Hektar Land verbrannt, das entspricht etwa einem Drittel der Fläche von Deutschland. 29 Menschen kamen ums Leben. Nach groben Schätzungen verendete mehr als eine Milliarde Tiere. Der Fremdenverkehr trägt in Australien rund sechs Prozent zur Wirtschaftsleistung bei und ist die wichtigste Devisenquelle nach Eisenerz, Kohle und Erdgas. (APA/Reuters/dpa, TT.com)


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