Start-up entwickelt smarte Kontaktlinse mit integriertem Display

Das kalifornische Start-up Mojo Vision arbeitet an einer Kontaktlinse, die per winzigem Display jede beliebige Art von Information im Blickfeld der Träger einblenden kann.

Die Pixeldichte des Displays in der „smarten" Kontaktlinse soll rund 14.000 PPI betragen.
© Screenshot/Twitter

Innsbruck – Mit einer völlig neuartigen, „smarten" Kontaktlinse macht das junge Unternehmen Mojo Vision derzeit von sich reden. Am Rande der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas präsentierte das kalifornische Start-up die intelligente Sehhilfe, die das Blickfeld des Trägers mit modernster Technik erweitert. Konkret heißt das, dass in die Mitte der Linse ein winziges Display eingebaut werden soll, das Informationen direkt in die Augen transportiert. Die Pixeldichte des Displays soll rund 14.000 PPI (pixels per inch) betragen – zum Vergleich: Ein gängiges Smartphone hat zwischen 300 und 500 PPI.

Wie Steve Sinclair, Vize-Präsident von Mojo Vision, dem Online-Portal Mashable verriet, sind die Einsatzmöglichkeiten vielseitig: „Es ist ein Display, also kann man jede Art von Information anzeigen." Vorstellbar sei es beispielsweise, Benachrichtigungen (wie etwa bei Smartwaches) oder auch komplexe Daten aus der realen Welt einzublenden. Auch das Anzeigen von Fitnessdaten oder einfach Infos über das Gesehene seien denkbar. Man wolle den Trägern sozusagen „Superkräfte“ verleihen. In erster Linie soll die Linse aber im medizinischen Bereich eingesetzt werden, etwa bei Menschen mit schlechter Sehkraft.

Noch einige Hürden zu überwinden

Derzeit befindet sich das Projekt laut Mojo Vision noch in der Entwicklungsphase. Bis die Linsen marktreif sind, dauert es wohl noch ein paar Jahre. Auf der CES wurde nämlich „nur“ ein Prototyp präsentiert, Personen konnten das Produkt noch nicht testen. Laut Unternehmen liegt das daran, dass die Linse derzeit noch von externer Stromversorgung und einem Prozessor abhängig ist. Die Entwickler sind jedoch optimistisch: Innnerhalb der kommenden zwei Jahre sollen erste Produkte auf den Markt kommen, die mit der Technologie arbeiten.

Was die smarten Kontaktlinsen am Ende kosten sollen, wurde nicht bekannt gegeben. Klar ist nur, dass sie einmal im Jahr ausgetauscht werden müssen. Die Finanzierung des Projektes stellt übrigens kein Problem dar. Das Start-up konnte bisher schon 100 Millionen US-Dollar an Risikokapital einsammeln.

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Versuche, Künstliche Intelligenz in Sehhilfen einzubauen, gab es bereits einige. So hatte Internetriese Google etwa eine Datenbrille herausgebracht. Sie floppte jedoch. (TT.com/reh)


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