Kraft in Titisee-Neustadt hinter Tournee-Sieger Kubacki Zweiter

Dem Salzburger fehlten 6,4 Punkte auf den polnischen Sieger. Gregor Schlierenzauer war als 15. zweitbester ÖSV-Adler.

Stefan Kraft durfte sich über den zweiten Platz freuen.
© GEPA pictures/ Patrick Steiner

Titisee-Neustadt – Stefan Kraft hat zwar am Samstag im Skisprung-Weltcup in Titisee-Neustadt neuerlich seinen zweiten Saisonsieg verpasst, rückte aber dank seiner konstanten Saison Gesamtleader Karl Geiger näher. Kraft musste sich nur dem polnischen Vierschanzentourneesieger Dawid Kubacki um 6,4 Zähler geschlagen geben. Rang drei ging an den Japaner Ryoyu Kobayashi.

Nach dem Sieg in Nischnij Tagil (RUS) war es schon der fünfte zweite Platz im Einzel von Kraft in dieser Saison. Der Salzburger und Ex-Doppel-Weltmeister von Lahti liegt auch in der Gesamtwertung (noch) auf dem zweiten Platz. Da der deutsche Führende Geiger am Samstag nur Zwölfter wurde, reduzierte Kraft den Rückstand auf nur noch 62 Punkte.

Gregor Schlierenzauer, der sich im zweiten Durchgang mit 136 m von Rang 20 auf 15 verbesserte, war zweitbester ÖSV-Mann. Daniel Huber (19.), Jan Hörl (21.), Philipp Aschenwald (25.) und Michael Hayböck (29.) holten ebenfalls Weltcup-Punkte.

In der Wertung "Titisee-Neustadt 5" in der alle Einzelsprünge inklusive Qualifikation gewertet werden hat sich Kraft nun auf Platz vier, 9,9 Zähler hinter Leader Ryoyu Kobayashi (JPN), verbessert. Der Sieger dieser Wertung erhält am Sonntag eine Sonderprämie von 25.000 Euro. In Sachen Preisgeld gesamt liegt Kraft übrigens aktuell mit 106.900 Schweizer Franken (99.571,54 Euro) voran. Und im Nationencup liegen die ÖSV-Herren wie ihre diese Saison so erfolgreichen weiblichen Kolleginnen ebenfalls in Führung.

Laut Aufzeichnungen der ORF-Statistik kürte sich Kubacki, der seinen dritten Weltcuperfolg feierte, zum 1.000. Sieger der Skisprung-Weltcup-Geschichte der Herren (inklusive ex-aequo-Entscheidungen). Der Weltcup wird seit 1979 ausgetragen.

"Noch nicht einmal die Hälfte des Weltcups"

Nach seinem dritten Podestplatz en suite war Stefan Kraft glücklich. "Ich habe mich hier auf der Schanze von Anfang an gut zurechtgefunden, auch wenn der zweite Durchgang heute sicher mein bester Sprung bisher war. Das war meine beste Hocke und auch den Absprung habe ich richtig gut erwischt. Dann geht's dahin!", stellte der Salzburger fest.

Im Hinblick auf den Gesamt-Weltcup ortete Kraft, dass "die ersten vier bis fünf Athleten jetzt immer enger zusammenrücken". Alle anderen Spekulationen sind aber für ihn noch nicht so interessant. "Wir haben noch nicht einmal die Hälfte des Weltcup-Winters hinter uns. Also dafür ist es noch zu früh. Lieber weiter von Sprung zu Sprung denken, und von Wettkampf zu Wettkampf."

ÖSV-Cheftrainer Andreas Felder freute, dass Kraft "das wieder souverän durchgezogen" hat. "Man muss bei der steilen Anfahrt hier brutal in der Kampfhocke bleiben und Stefan hat das von unseren Athleten am besten gelöst. Dawid Kubacki ist gerade in einer Superform und schwer zu schlagen. Wir werden aber weiter alles daran setzen, wieder ganz vorne zu sein", versprach Felder auch in Richtung Sonntag-Bewerb. Grundsätzlich sei der Samstag positiv zu werten. "Auch wenn die anderen Athleten von uns derzeit nicht ganz auf dem Level sind, auf dem sie heuer schon waren. Aber die Sprünge waren allesamt in Ordnung." (APA)

Ergebnisse des Weltcup-Skispringens am Samstag in Titisee-Neustadt:

1. Dawid Kubacki (POL) 290,1 Punkte (140,5 m/141,0)

2. Stefan Kraft (AUT) 283,7 (135,5/140,5)

3. Ryoyu Kobayashi (JPN) 282,8 (138,5/138,5)

4. Johann Andre Forfang (NOR) 280,4 (137,5/138,0)

5. Constantin Schmid (GER) 277,6 (136,0/139,5)

. Stephan Leyhe (GER) 277,6 (139,0/134,5)

7. Daniel-Andre Tande (NOR) 275,4 (136,0/138,5)

8. Kamil Stoch (POL) 275,1 (137,5/135,5)

9. Piotr Zyla (POL) 273,6 (136,0/134,0)

10. Timi Zajc (SLO) 271,7 (135,0/137,0)

11. Jewgenij Klimow (RUS) 269,7 (139,5/134,5)

12. Karl Geiger (GER) 269,0 (132,5/135,0)

13. Robert Johansson (NOR) 268,7 (135,0/137,0)

14. Anze Lanisek (SLO) 267,5 (134,0/135,0)

15. Gregor Schlierenzauer (AUT) 265,1 (132,0/136,0)

16. Daiki Ito (JPN) 265,0 (136,5/134,0)

17. Marius Lindvik (NOR) 259,7 (132,5/135,0)

18. Yukiya Sato (JPN) 259,0 (129,5/135,0)

19. Daniel Huber (AUT) 258,1 (133,0/133,5)

20. Domen Prevc (SLO) 257,2 (134,5/133,5)

21. Jan Hörl (AUT) 257,1 (133,5/132,5)

22. Peter Prevc (SLO) 255,8 (129,0/133,0)

23. Roman Koudelka (CZE) 254,8 (132,0/132,0)

24. Keiichi Sato (JPN) 254,0 (132,5/132,5)

25. Philipp Aschenwald (AUT) 252,3 (132,0/130,5)

26. Cene Prevc (SLO) 248,8 (134,5/129,0)

27. Simon Ammann (SUI) 242,6 (131,5/126,5)

28. Junshiro Kobayashi (JPN) 240,1 (129,0/124,5)

29. Michael Hayböck (AUT) 234,8 (129,0/125,5)

30. Mackenzie Boyd-Clowes (CAN) 225,6 (130,5/120,0)


Schlagworte