Sensation in Sestriere: Französin Direz siegt vor ÖSV-Läuferin Mörzinger

Während die großen Favoritinnen beim Parallel-RTL früh ausschieden, jubelte Clara Direz über ihren ersten Weltcupsieg und Elisa Mörzinger über den ersten Podestplatz.

Das überraschende Podest in Sestriere: Mörzinger (l.) und Bassino nahmen Direz in die Mitte.
© GEPA pictures/ Andreas Pranter

Sestriere – Im Favoritensterben von Sestriere stellte sich Elisa Mörzinger mit unbekümmerten Vollgas-Fahrten erstmals ins internationale Schaufenster. Die 22-jährige Oberösterreicherin fuhr im ersten Parallel-Riesentorlauf der Ski-Weltcup-Geschichte der Damen sensationell als Zweite auf das Stockerl hinter der französischen Überraschungssiegerin Clara Direz und vor Marta Bassino aus Italien.

Die Favoriten um Mikaela Shiffrin (9.), Petra Vlhova (18.), Wendy Holdener (10.) und drei der vier in den Hauptbewerb eingezogenen Österreicherinnen schieden in Italien bereits früh aus. Für Katharina Huber (20.), Katharina Liensberger (27.) und Katharina Truppe (29.) war bereits in der ersten Runde Endstation. Von den "Großen" schaffte es nur Federica Brignone ins Halbfinale – doch dann kam Mörzinger. Sie hatte bereits zuvor auch Sofia Goggia eliminiert. Erst im Finale wurde die ÖSV-Überraschung, erstmals im Rennverlauf auf dem wohl langsameren roten Kurs unterwegs, von Direz gestoppt.

"Es ist mega, mir fehlen die Worte, es ist voll emotional", sagte die aus Altenfelden (Mühlviertel) stammende Mörzinger. Gerührt, dankbar und um 80 Weltcup-Punkte reicher stand die Stams-Absolventin nach ihrem erst fünften Auftritt bei der Weltelite im Zielraum. "Danke an alle, die mich bis hier hin und hoffentlich auch weiter auf meinem Weg begleiten."

Kritik von Shiffrin am neuen Format

Shiffrin, die als Neunte abreiste, übte hingegen Kritik an Format und Kurssetzung. "Wenn man sich alle Mädchen anschaut, dann war der blaue Kurs immer schneller. Auf dem roten muss man viel präziser fahren und alle Risiken nehmen", sagte die US-Amerikanerin. Shiffrin wirkte einmal mehr in diesen frühen Tagen von 2020 säuerlich, nachdem sie im Achtelfinale an der späteren Siegerin (+0,13) gescheitert war.

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"Der Bewerb macht Spaß, aber man muss noch feilen. Glück sollte nicht den Ausschlag geben, meinte Shiffrin. "Es war heute nicht mein Moment." Sie dürfte immerhin wohlwollend den Kurzauftritt ihrer schärfsten Widersacherin im Kampf um den Gesamtweltcup verfolgt haben. Vlhova, die Siegerin des Parallel-Slaloms von St. Moritz, zog bereits in der 1. Hauptrunde gegen Aline Danioth den Kürzeren und liegt weiter 249 Punkte zurück.

Die Technik-Spezialistinnen haben nun fast einen Monat Pause bis 15./16. Februar in Maribor. Die Speed-Asse fahren kommendes Wochenende in Bansko (BUL) eine Abfahrt (Samstag) und einen Super-G (Sonntag). Dasselbe Programm steht in den ersten beiden Februar-Wochen in Rosa Khutor (RUS) und Garmisch-Partenkirchen (GER) an. (APA)


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