Rochade in der Innsbrucker ÖVP, Gruber legt Amt im April zurück

Chaos in der Innsbrucker ÖVP: Eigentlich wollte Vize-BM Franz Gruber sein Amt im April an Christoph Appler übergeben. Doch dann kam eine Revolution im Gemeinderatsklub. Und jetzt ist wieder alles offen.

Christoph Appler (r.) fliegt wieder aus dem Gemeinderat. Er galt als logischer Nachfolger von Vizebürgermeister Franz Gruber.
© Oevp

Von Marco Witting

Innsbruck –Sollte die Innsbrucker ÖVP in den vergangenen Monaten so etwas wie einen leichten Aufwind verspürt haben, dann hat sich dieser mittlerweile in einen Sturm verwandelt. Ein Orkan, der aber nur intern einmal mehr alles durcheinandergewirbelt hat – und dessen Ausläufer möglicherweise auch ihre Folgen auf die Koalition haben könnten. Nach dem Chaostag am Donnerstag blieb kein Stein in der Stadtpartei auf dem anderen. Doch so richtig klar ist danach nicht, wie es jetzt weitergeht.

Doch der Reihe nach: Montagabend präsentierte Vize-BM Franz Gruber seiner Partei den Zeitplan für die Amtsübergabe. Mit 30. Apri­l wollte er alle Ämter zur Verfügung stellen – auch das Gemeinderatsmandat. Als logischer Nachfolger galt Stadtparteiobmann Christoph Appler, der im Juni mit knapp 90 Prozent in dieses Amt gewählt wurde. Am Dienstag platzte dann intern die Bombe. Die übrigen Gemeinderats-Mitglieder präsentierten den verdutzten Gruber und Appler ihre Pläne. Und die sahen ganz anders aus. GR Mariella Lutz wird neue Klubobfrau. GR Andreas Wanker der Kandidat für den Stadtsenat und Sitz des Vizebürgermeisters. GR Birgit Winkel kehrt zudem in den Gemeinderat zurück. Eine Entscheidung mit Folgen. Denn dadurch fliegt Appler überhaupt erst aus dem Gemeinderat – zumindest so lange, bis Gruber tatsächlich den Hut nimmt. So weit, so kompliziert.

📽| Video: Statement von Christoph Appler und Franz Gruber

Der Grund für diese Situation liegt eigentlich ein Jahr zurück. Exakt ein Jahr. Damals regte sich im Gemeinderatsklub massiver Widerstand gegen den damaligen Klubobmann Hannes Anzengruber. Dem Wirtschaftsbündler Anzengruber wurde seitens der anderen Bünde das Vertrauen entzogen. Ein interner Knatsch war die Folge. Am Ende ließ sich Birgit Winkel aus beruflichen Gründen beurlauben und machte damit den Weg für die Rückkehr von Appler in den Gemeinderat frei, der dort für Ruhe und Eintracht sorgen sollte.

Jetzt ist alles anders. Die internen Gegner von damals sind wieder auf einer Linie. Appler nicht mehr Gemeinderat. Vor zwei Wochen habe es ein Gespräch zwischen Appler und Winkel gegeben, wo über die Zukunft gesprochen wurde. Winkel sagt: „Das stimmt. Über das Wesentliche wurde aber nicht gesprochen. Ich habe immer gesagt, dass ich nach einem Jahr wieder zurückkommen werde. Ich bin in den letzten Tagen von meinem Umfeld bestärkt worden und habe positiven Rückhalt gespürt, das Mandat wieder anzunehmen.“

Der Grund für diese Situation liegt eigentlich ein Jahr zurück. Exakt ein Jahr. Damals regte sich im Gemeinderatsklub massiver Widerstand gegen den damaligen Klubobmann Hannes Anzengruber. Dem Wirtschaftsbündler Anzengruber wurde seitens der anderen Bünde das Vertrauen entzogen. Ein interner Knatsch war die Folge. Am Ende ließ sich Birgit Winkel aus beruflichen Gründen beurlauben und machte damit den Weg für die Rückkehr von Appler in den Gemeinderat frei, der dort für Ruhe und Eintracht sorgen sollte.

Jetzt ist alles anders. Die internen Gegner von damals sind wieder auf einer Linie. Appler nicht mehr Gemeinderat. Vor zwei Wochen habe es ein Gespräch zwischen Appler und Winkel gegeben, wo über die Zukunft gesprochen wurde. Winkel sagt: „Das stimmt. Über das Wesentliche wurde aber nicht gesprochen. Ich habe immer gesagt, dass ich nach einem Jahr wieder zurückkommen werde. Ich bin in den letzten Tagen von meinem Umfeld bestärkt worden und habe positiven Rückhalt gespürt, das Mandat wieder anzunehmen.“


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