Knutschen und kotzen im Keif-Kollektiv: Das war die dritte „Bachelor“-Folge

Stürmische Dating-Zeiten stehen den 16 verbliebenen Drama-Damen in der dritten „Bachelor“-Woche bevor. Vor allem, weil Bussi-Basti einen Zungentornado heraufbeschwört. 120 Minuten zwischen Speiberei und Speichel-Schmeichelei – eine TV-Kritik.

Nicht nur Linda bringt den „Bachelor“ ins Schwitzen – aktuell macht den Basti noch was gans anderes schwansinnig.
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Von Tamara Stocker

Innsbruck – Mit Schlägereien kennt er sich aus, unser „Badchelor“. Das wissen wir bereits. Aber dieser Tage hat Basti mit einer Schlagzeile zu kämpfen, die es in sich hat. Und zwar soll er an seinem 18. Geburtstag einen ostdeutschen Dialekt-Terroristen mit einem, Achtung, lebendigen Schwan attackiert haben. Entsprechende Zeitungsberichtsrelikte geistern derzeit durch die Gazetten. Die Richterin attestierte einem gewissen Münchner Malerlehrling namens Sebastian P. damals keine rosige Zukunft, sondern „massive schädliche Neigungen“.

Eine Diagnose, mit der man eigentlich nur beim „Bachelor“ landen kann. Wie dem auch sei: Der vermeintliche „Schwambo“ will von all diesen Zufällen nix wissen und beruft sich auf seinen Schäferhundwelpen. Das größere Märchen bleibt sowieso, dass in dieser Datingshow irgendjemand die ganz, ganz große Liebe finden will.

Liebes Tagebuch ...

Dabei wären Schwäne eigentlich das perfekte Vorbild für den Prügelknaben und seine Schwangebetete: Wenn sie einmal einen Partner gefunden haben, bleiben sie ewig zusammen. Doch davon ist der gute Basti in Folge 3 noch weiter entfernt als von einem leeren Vorstrafenregister. „Das ist die schönste Zeit gerade, was ich in meinem Leben erlebe", konstatiert er immerhin in wie immer allerfeinstem Arrestanten-Argot.

Das kann Denise-Jessica aka „Dirndl“ nicht von sich behaupten. Wegen ihres unfreiwilligen Doppeldates mit Basti im real Life muss sie in der Villa nämlich ordentlich Federn lassen – die erzürnten Schnatter-Nattern orten ein Vergehen, das x-fachem Familienverrat gleichkommt, weshalb sich DJ vor dem Obersten Zickengerichtshof verantworten muss. Sie kann die Verschworenen nicht von ihrer Unschuld überzeugen.

Ob verträumt Tagebuch schreiben, oder am Yachthafen posieren: Basti ist vielseitig.
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Basti bekommt von dem fiesen Gefiedergerupfe wie immer nix mit, weil er stattdessen lieber am Hafenufer chillt und Tagebuch schreibt.

Liebes Tagebuch! Ich bin's wieder, der Basti. Der Typ, wo keiner für Fiderallala ist und den Ossi mit dem Schwan verdroschen hat. Aber Schwan drüber, heute mach' ich den gansen Schnuten mal eine Schwansage und verdresche sie mit dem, wo dem Schwan noch fehlt, nämlich das Z. Hihihi. Nein, nein, Spassi vom Basti, wir fahren heute mit einem Schiff. Mal schauen, was ich so versenken kann. Hihi. Bussi Baba, dein Basti <3

Okay, vielleicht ist es auch bloß ein Brief an einen ehemaligen Knast-Brudi, aber immerhin schwingt der Junge mal die Füllfeder statt der Faust. Beim Yachthafen-Yoga posiert er anschließend noch hochkonzentriert auf einem Pfahl in der Figur des sterbenden Schwanes, ehe auch schon die ersten Bordsteinschwalben zum Gruppendate einflattern.

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Volle Kotze voraus!

Kaum an Deck angekommen, macht er Jenny-Fleur gleich mal den Seelenklempner. Als Malermeister ist er das Handwerken ja gewohnt, allerdings erweist sich die Gute als gröbere Baustelle und spart nicht an abertraumatischen Anekdoten ihrer ach so schlimmen Aufwachszeit. Problemkind Basti fühlt sich maximal getriggert und tröstet die Dunkelhaarige im roten Mimimi-Bikini mit den Worten: „Du bist immer das Produkt, das du erlebt hast.“

Beim Traumschiffdate durften sich die Mädels mal richtig auskotzen.
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Es ist zum Kotzen. Nicht nur sein Deutsch, sondern das ganze Date. Die raue See, der zünftige Wellengang verwandeln den Dating-Dampfer in ein Albtraumschiff und zwingen den Matrosen und seine magenverstimmten Matroschkas zum kollektiven Reling-Reiern. „Das war das schlimmste Date ever, ich hab' zweimal gebrochen und nur geweint“, sagt Judith, von der ich nicht mal weiß, wer sie ist. Immerhin hat Kotz-Käpt'n Sebastian das Herz von Jenny-Fleur trotz Turbulenzen im Sturm erobert: „Ich hatte das Gefühl, meine Wimpern fliegen alle ab, aber ich fand das Gespräch schon trotzdem super.”

Vom Gabel-Gate zur Löffelchenstellung

Vom Boot zum Bootcamp: Sportsfreund Sebastian ist voll in seinem Element.
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Wimpernschlag auf Wimpernschlag geht's zum nächsten Gruppendate, wo sich der schlagkräftige Junggeselle schön langsam vorantastet und die Damen mit einem kessen High-Five begrüßt. Und kurz darauf fliegen auch schon die Fäuste, denn der kühne Hüne hat den Strand kurzerhand zur Kampfarena umfunktioniert und lädt zur (Surprise!) Sportstunde – die Damen dürfen sich von Coach Sebi anschreien lassen, während sie gegen Boxsäcke donnern. Na toll, da machst du einmal gratis Urlaub in Mexiko und musst dann auch noch sporteln – Jackpot!

Während Sportsfeindin Anna so gar keinen Bock auf Bastis Box-Bezirzung hat („Das hat mir gerade noch gefehlt“) ist ebendieser von Jenny-Jasmins (JJ) Performance umso mehr angetan: „Ich hab bei dir ein bisschen Wut gesehen, das fand ich ganz inspirierend”, lässt er sie im Vierfäustegespräch wissen, entlässt den Rest und behält die willige Wutbürgerin prompt zum kalorienarmen Dinner da. Die beiden schnabulieren passenderweise inmitten der Kulisse eines Boxringes und Basti rammt seiner Auserwählten als Appetizer gleich mal die Gabel in den Mund. Zero. Forks. Given. Das meine Freunde, ist Petting für Gourmets.

Die aufgegabelte JJ findet's allerdings gar nicht mal so geil: „Ich wurde noch nie in meinem Leben gefüttert", sagt sie und spätestens jetzt bin ich von ihrer schweren Kindheit überzeugt. „Ist 'ne neue Situation. Es wäre halt unhöflich gewesen, Nein zu sagen", rechtfertigt sie ihr ungieriges Gabelgeschnabel. Ja, mein lieber Schwan, wo kämen wir denn da hin, wenn wir uns bei allem wehren, was uns irgendein ein wildfremder Typ in den Mund steckt?

Step by step: Basti steckt Jenny-Jasmin erst die Gabel, dann die Zunge in den Mund.
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Dass Sherlock JJ ihm dann auch noch wegen „Dirndl“ auf die Zahnprothese fühlt, schmeckt dem Proteinjunkie gar nicht. Basti findet's kacke, weil er schließlich nicht zum Labern hier ist, sondern zum Rumlecken, immerhin ist schon Folge drei und noch hat er seinen wendigen Schlurpi zwischen keine Lippen geschoben. Bei der Zwangsverkuschelung in der Hängematte darf er diesen dann endlich auch in Jenny-Jasmins ausgetrocknete Mundhöhle reinhängen, tut dies allerdings primär, um das peinliche Schweigen aufzulösen: „Sie schaut gut aus und dann dachte ich mir, küss' ich sie halt einfach und schau, was sich ergibt“. Ein Kuss, fast so romantisch wie Dosenbier. ♥

Wer schwitzt, verliert

Nur logisch, dass Zungenakrobatiker Basti am nächsten Tag ein Zirkuszelt mietet, um Diana und Wioleta beim Ringturnen zu befummeln. „Er fühlt sich männlich und maskulin an“ bescheinigt Didi dem mannigfaltigen Manegen-Mann maximales Husband-Potenzial und degradiert Wiwi sogleich zur Statistin. Und während Diana bei der anschließenden artistischen Einzelvorstellung (für sie, Sebi und das 23-köpfige RTL-Team, Anm.) fast die Auslegeware aus dem Arrangement fällt, rutscht Schmusebasti beim Verabschieden doch glatt sein Mundzipfel raus. Upsi.

Ein Date im kleinen Kreis für Diana.
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Sie fand den Kuss „ein bisschen weird“, für Basti war es „sinnlich“ – und trotzdem ärgert er sich, denn als erstes hätte er eigentlich mit Linda knutschen wollen. Aber da sind ihm halt dann dummerweise zwei Dekolletés dazwischen gerutscht. Bei der Nacht der Rosen bemüht er sich dann um Schadensbegrenzung und geht – schlagfertig wie immer – in die Flirtoffensive: „Schickes Kleid auf jeden Fall. Schöne Kette hast du auch.“ Wow. Nach diesem Kraftakt gehen dem Dummschwitzer abermals die Körperflüssigkeiten flöten; er muss sich „kurz abtupfen“ – und hört gar nicht mehr auf damit. Wischen impossible, sozusagen. Tja, wie sagt man so schön? Schweiß fließt, wenn Muskeln weinen – und wie wir wissen, ist die Zunge auch ein Muskel.

Anders als damals bei Love Island, konnte Jessi nicht zeigen, dass ein Sebastian in ihr steckt.
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Weinend beendet auch Jessi den Abend, denn nach ihrer Reichweiten-Beichte ist die Suche nach dem perfekten Insta-Boyfriend für sie vorbei – Basti hat kein Interesse an ihrer zweiten Powerbank („Ich finds gut, wenn jeder seinen Weg geht. Sie könnte auch arbeitslos sein") und schickt die internetsüchtige Influencerin statt mit 10.000 nur mit 10 neuen Followern nach Hause. „Vermissen werde ich vor allem Jenny“, schluchzt sie abschließend in die filterlose Kamera. Welche sie meint, bleibt allerdings ein Rätsel.


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