Mindestens 22 Tote und fast 1000 Verletzte bei Erdbeben in Osttürkei

Eingestürzte Häuser und Rettungsarbeiten in kalter Winternacht: In der osttürkischen Provinz Elazig und benachbarten Regionen haben ein Erdbeben und Hunderte Nachbeben schwere Schäden angerichtet. Nach zahlreichen Vermissten wird noch gesucht.

Bei Minusgraden suchten Rettungskräfte die Nacht hindurch in den Trümmern eingestürzter Gebäude nach Vermissten.
© ILYAS AKENGIN

Istanbul – Bei einem schweren Erdbeben sind im Osten der Türkei mindestens 22 Menschen getötet und mehr als 900 verletzt worden. Das teilte die Katastrophenschutzbehörde Afad am Samstagmorgen mit. Das Beben habe die Stärke 6,8 gehabt und sei von rund 400 Nachbeben gefolgt worden, eines habe die Stärke 5,1 erreicht. Mehrere Gebäude stürzten ein, staatliche Medien berichteten von rund 22 Menschen, die unter den Trümmern verschüttet liegen sollen.

39 Verschüttete lebend geborgen

Das Erdbeben hatte sein Zentrum in der Provinz Elazig im Bezirk Sivrice und ereignete sich gegen 21 Uhr Ortszeit. Laut Katastrophenschutz kamen 15 Menschen in Elazig ums Leben, vier in der Provinz Malatya. Insgesamt seien mindestens 922 Menschen in sieben Provinzen verletzt worden, 382 seien in Krankenhäusern behandelt worden, 34 von ihnen auf Intensivstationen.

Bisher seien 39 Verschüttete gerettet worden. Nach Angaben des TV-Senders CNN Türk seien mindestens zwei Kinder darunter. Wie der Staatssender TRT berichtete, konnte auch eine Schwangere lebens befreit werden.

Die jüngsten Erdstöße waren örtlichen Medien zufolge bis nach Syrien, den Iran und den Libanon hinein zu spüren.
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Hunderte Helfer im Einsatz

Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, es würden alle Maßnahmen getroffen, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. In einem Tweet wünschte er den Verletzten schnelle Heilung und den Toten die Gnade Gottes. Außerdem habe er mehrere Minister in die Region entsandt, darunter Gesundheitsminister Fahrettin Koca und Innenminister Süleyman Soylu.

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Aus dem Verteidigungsministerium hieß es, es seien Krisenstellen eingerichtet worden, um Such- und Rettungsmissionen zu unterstützen. Das Militär ließ mitteilen, es stehe bereit, falls seine Hilfe benötigt werde. Die Katastrophenschutzbehörde meldete, sie habe Hunderte Helfer sowie Zelte, Betten und Decken in die Region geschickt.

In sozialen Medien äußerten sich viele Menschen bestürzt, darunter der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell und der türkischstämmige Fußballer Mesut Özil. „Meine Gebete sind mit allen, die von dem Erdbeben in der Türkei betroffen sind“, schrieb der deutsche Ex-Nationalspieler auf Twitter. Borrell sprach dem türkischen Volk seine Solidarität und den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.

Die Türkei ist besonders erdbebengefährdet. Eines der tödlichsten Beben war eines der Stärke 7,6 im Jahr 1999 mit Epizentrum in Gölcük südöstlich von Istanbul. Damals gab es Zehntausende Verletzte und Tote. (dpa)


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