Weitere Coronavirus-Fälle in EU befürchtet, Anzeigepflicht in Österreich ab sofort

Gesundheitsminister Anschober (Grüne) hat am Samstag eine Anzeigepflicht für das Coronavirus in Österreich erlassen, sieht aber "keinen Grund zur Panik". Die EU-Präventionsbehörde geht von weiteren Fällen in Europa aus, nachdem Frankreich drei Infektionen bestätigte.

Ein Laborant arbeitet mit einer Pipette im Institut für Virologie an der Charité Berlin Mitte, in dem Untersuchungen zum Coronavirus laufen.
© Christophe Gateau

Wien – Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) erlässt heute, Samstag, gemäß Österreichischem Epidemiegesetz eine Verordnung, wonach das neuartige Coronavirus einer Anzeigepflicht unterworfen wird. Anzeigepflichtig sind Verdachts-, Erkrankungs-, und Todesfälle. „Das ist kein Grund zur Panik, aber für verstärkte Vorsorge, Information und Aufmerksamkeit“, so der Minister.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober: „Jetzt geht es darum, umsichtige Vorbereitungsmaßnahmen zu setzen.“
© APA

Nach den bestätigten Fällen in Frankreich ist „das Coronavirus in Europa angekommen. Jetzt geht es darum, umsichtige Vorbereitungsmaßnahmen zu setzen“, sagte Anschober. Damit ist Österreich gut auf eine allfällige Ausbreitung des Virus vorbereitet.

Österreichs Gesundheitsbehörden sind dem Minister zufolge mit den relevanten Gremien im Rahmen der WHO- und der EU- Mitgliedschaft „ausgezeichnet vernetzt und in permanenter Abstimmung“.

Derzeit rund 3000 Österreicher in China

Laut dem Außenministerium halten sich in China derzeit rund 3000 Österreicher auf – sowohl Auslandsösterreicher als auch Touristen. “Zum jetzigen Zeitpunkt sind keine Erkrankungen von Österreichern bekannt“, sagte Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP).

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📽Video | ORF-Wissenschaftsredakteur Günther Mayr über das Coronavirus

„Die österreichische Botschaft in Peking hat alle Auslandsösterreicher und alle österreichischen Reisenden per SMS und Email über das Coronavirus und entsprechende Schutzmaßnahmen informiert“, so Schallenberg. „Das Außenministerium rät von nicht notwendigen Reisen in die besonders betroffene Provinz Hubei ab.“

"Wahrscheinlich, dass es mehr importierte Fälle geben wird"

Die EU-Präventionsbehörde ECDC geht indes von weiteren Coronavirus-Fällen auf dem europäischen Kontinent aus. „Zu diesem Zeitpunkt ist es wahrscheinlich, dass es mehr importierte Fälle in Europa geben wird“, teilte die im schwedischen Solna ansässige Behörde mit.

Auch wenn viele Dinge über das Virus weiter unbekannt seien, hätten die europäischen Länder die nötigen Kapazitäten, um einen Ausbruch direkt nach dem Entdecken von Fällen zu verhindern und zu kontrollieren. Die französischen Funde bewiesen, dass die Mittel zur Entdeckung und Bestätigung des Virus in Frankreich funktionierten.

📽 Video | Frankreich meldet drei Fälle des Coronavirus

Die ersten Fälle der Erkrankung waren Anfang des Jahres in der chinesischen Stadt Wuhan aufgetreten. Das chinesische Staatsfernsehen berichtete am Samstag von mittlerweile 41 Todesopfern und knapp 1300 Infizierten im Land. Bestätigte Fälle wurden zuletzt auch aus anderen Ländern wie Japan, Thailand, Vietnam, Singapur, Taiwan, den USA und am Samstag auch Australien gemeldet. (APA)


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